STUDIUM: MODEMANAGEMENT

Interview über das Studium Modemanagement

KREATIVITÄT BEGINNT IM KOPF

Modenmanagement - Vermarktung und Design

Statt Mode selbst designen lieber Management-Aufgaben übernehmen - darum geht es im Modemanagement Studium. Anders als beim Modedesign Studium sind hier nicht nur kreative Fähigkeiten gefragt, sondern analytisches und kommunikatives Know-how. Das Modemanagement Studium ist ein spezialisiertes Betriebswirtschaft Studium, das für Management-Positionen in der Mode- und Konsumgüterbranche qualifiziert. Eine große Leidenschaft für Lifestyle- und Fashion-Themen solltest Du natürlich mitbringen.
Prof. Martina Weiß, Dozentin an der MEDIADESIGN Hochschule Stuttgart berichtet im Interview "MEET EXPERTS" über die Vielfältigkeit des Studiums Modemanagement und betont, dass es sich um ein Managementstudium handelt.

Prof. Martina Weiß über das Studium Modemanagement

Prof. Martina Weiß

„Es gibt nichts Neues auf dieser Welt. Eine neue Idee ist immer die Kombination bereits bestehender Gedanken. Man muss sie nur zusammenbringen.“

MEDIADESIGN Hochschule
für Design und Informatik

Claudius-Keller-Str. 7
81669 München

Was genau beinhaltet das Studium „Modemanagement“?
Im Studium Modemanagement eignen sich die Studierenden ein umfangreiches und breites Fachwissen an. Das Studium setzt sich aus Fächern wie BWL & Rechnungswesen, Unternehmensführung, Mikro- und Makroökonomie, Statistik etc. zusammen. Dazu gibt es verschiedene Module wie interkulturelle und visuelle Kommunikation, Rhetorik, PR, Werbepsychologie, Marketing, Textil- und Modewirtschaft, Beschaffung und Einkauf, Nachhaltigkeit, Produkt- und Markenentwicklung. Es handelt sich um ein Management-Studium, das auf die spezifischen Anforderungen der Modebranche abgestimmt ist. 

Das heißt, es geht nicht darum eine neue Kollektion zu entwerfen?
Eher nicht. Wenn, dann geht es darum, die Kollektion an die Frau oder den Mann zu bringen: die Zielgruppe zu bestimmen und herauszufinden, wie diese angesprochen werden soll, eine Kollektion marktfähig zu machen, einen Zeitplan für den Kollektionsentwicklungsprozess zu erarbeiten. In der Modebranche arbeiten nur Wenige in den eigentlichen Kreativ- und Design Departments. Die großen Abteilungen sind Marketing, Vertrieb, Kommunikation, Organisation, Produktion - hier gibt es ein riesiges Betätigungsfeld für Absolventen. 
Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind die großen Themen der Modebranche im 21. Jahrhundert. Bis vor kurzem gab es,  abgesehen vom technischen Berufsweg, z. B über die Bekleidungstechnik, nur zwei Wege in die Modebranche: entweder über ein Design-Studium, bei dem der Managementbereich fehlt oder über ein BWL-Studium, jedoch ohne modespezifischen Background. Diese Schnittstelle wird mit dem Modemanagement-Studium gefüllt. 
Nachwuchsmanager aus dem Studiengang Modemanagement werden gebraucht. Bei vielen Firmen, die mit Mode Geld verdienen, besteht der Bedarf an jungen Mitarbeitern und zukünftigen Führungskräften, die über ihr Interesse an Mode hinaus über fundierte kaufmännische Kenntnisse und branchenspezifisches Wissen verfügen.

Gibt es viele praktische Projekte in denen die Studenten selbst aktiv werden können?
Neben dem Praxissemester gibt es drei Projektphasen mit den Schwerpunkten Unternehmensführung, Textil- und Modewirtschaft und Absatzwirtschaft und Markenführung. Die Aufgabenstellungen können sehr unterschiedlich sein. Entweder handelt es sich um eine fiktive Aufgabe von der Hochschule oder um eine konkrete Fragestellung seitens eines Unternehmens. 
Aber auch die  Zusammenarbeit mit Studierenden aus einem anderen Studium ist möglich, z. B. aus dem Modedesign-Studium. Ein Beispiel: Ein kleines Modeunternehmen hat das Ziel verfolgt, ihre Zielgruppe zu verjüngen und eine zweite Modelinie auf den Markt zu bringen. Die Studierenden mussten daraufhin ein Marketingkonzept entwickeln: Wie muss das Produkt aussehen, wie soll die Zielgruppe angesprochen werden, was ist beim Vertrieb zu beachten und wie muss das ganze preislich gestaltet sein. 
Die Praxisorientierung steht sehr stark im Fokus; auch die Lehrenden kommen aus der Praxis. Wir versuchen immer wieder Aufgabenstellungen und anwendungsorientiertes Wissen in Zusammenarbeit mit Unternehmen in die einzelnen Module zu integrieren. Durch den Praxisbezug in ihrem Studium können die Absolventen ihr Wissen und Verstehen unmittelbar auf ihre spätere Tätigkeit anwenden.

Wie kann es nach dem Studium weitergehen?
Den Studierenden stehen Berufsfelder entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette offen – Fokus jedoch auf Bekleidungsherstellung, Vermarktung, Vertrieb, Retail, PR & Kommunikation – das zeigt sich auch gut anhand der hohen Integrationsquote. 80-90% haben ein halbes Jahr nach Abschluss entweder ein weiterführendes Masterstudium begonnen oder den Berufseinstieg geschafft.  

Wie viel Kreativität sollten Studierende mitbringen?
Meistens wird unter Kreativität verstanden „schöne Dinge zu gestalten“. Wenn es jemandem wichtig ist, eine schöne Bluse zu entwerfen, dann muss er Designer werden. Kreativität ist heute und in Zukunft aber auch die wichtigste Fähigkeit im Management und muss daher weitläufiger gefasst werden. 
Es geht um ‚divergentes Denken‘. Divergentes Denken bedeutet, dass wir offen, unsystematisch und experimentierfreudig an ein Problem herangehen. Und dann dieses Problem lösen, durch Gestaltung innovativer Prozesse, die Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsmodellen, die Verbesserung von Produkten und Services: Wie kann ich die Bluse nachhaltig herstellen und vermarkten, wie kann ich über sie berichten und Aufmerksamkeit generieren, was kann ich besser und anders machen. In dem Zuge müssen Manager hochkreative Menschen sein.

Gibt es noch weitere Voraussetzungen?

Leidenschaft, Offenheit, eine Neugier und vor allem ein große Bereitschaft über den Tellerrand hinauszuschauen. Das bedeutet auch, sich für Dinge zu begeistern, auch wenn man momentan noch nicht weiß, ob und inwieweit sie nützlich sein können. Vor allem im Zeitalter der Digitalisierung geht es ganz stark darum bereichsübergreifend zu arbeiten und ganzheitliches Denken zu entwickeln. Und das werde ich nur schaffen, wenn ich mich für ganz unterschiedliche Sachen interessiere. Und das ist eine ganz wichtige Fähigkeit, die die Studierenden mitbringen sollten. 

GUT ZU WISSEN... 

  • Bei dem Studium Modemanagement handelt es sich um ein B.A.-Studium

  • Leidenschaft, Offenheit, eine Neugier und vor allem ein große Bereitschaft über den Tellerrand hinauszuschauen, sind nötig, um das Studium erfolgreich zu absolvieren

  • Das Studium ist ein Managementstudium

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