STUDIUM: MATERIALOGRAPHIE / NEUE MATERIALIEN

Interview über das Studium Materialographie

INDUSTRIELLE ZUKUNFT AKTIV MITGESTALTEN

Sherlock Holmes' für Hightech-Werkstoffe: Studium Materialographie - Neue Materialien

In der Materialographie werden Werkstoffe mit modernen analytischen Verfahren, z.B. mit Mikroskopen, hochauflösend charakterisiert und weiterentwickelt.
Interessierst Du Dich, in die Dinge hineinzuschauen und deren mikroskopischen Aufbau zu verstehen? Hast Du Gefallen am Umgang mit verschiedensten Werkstoffen und hochmodernen Untersuchungsgeräten? Auch ein 'Sherlock' kommt nicht ohne Fachwissen aus...
Gaby Ketzer-Raichle, Metallographin und Studienberaterin bei der Hochschule Aalen berichtet im Interview "MEET EXPERTS" über den Studienschwerpunkt Materialographie/Neue Materialien.

Gaby Ketzer-Raichle über den Studienschwerpunkt Materialographie/Neue Materialien an der Hochschule Aalen

Gaby Ketzer-Raichle

"Mit der Materialographie dringt man in eine neue wundersame Welt vor."

Hochschule Aalen für Technik und Wirtschaft
Beethovenstr. 1
73734 Aalen

Womit beschäftigt sich die Materialographie? 
Im Fokus steht die hochauflösende lichtmikroskopische und elektronenmikroskopische Untersuchung der inneren Struktur (man nennt diese auch „Gefüge“) von Werkstoffen sowie deren Interpretation. Die so gewonnenen Erkenntnisse lassen Rückschlüsse auf die Herstellung oder die Eigenschaften eines Werkstoffes oder Bauteils zu. Damit können Aussagen über die Qualität oder die Beanspruchbarkeit eines Werkstoffes gemacht, Schadensfälle aufgeklärt oder neue Werkstoffe entwickelt werden. Die Materialographie spielt eine immens wichtige Rolle in der Material-forschung. Denn innovative Werkstoffe sind die Grundlage für moderne und neuartige Produkte – sei es im Leichtbau oder in der Entwicklung von Funktionsmaterialien und Oberflächen zur Energiegewinnung und -speicherung. 

Welche Jobaussichten hat man mit dem Bachelor-Abschluss? 
Die Anforderungen an die Qualität von Produkten werden ständig größer, u.a. durch immer strengere Zertifizierungen, denen sich kaum eine Branche mehr entziehen kann. Um die Qualität herzustellen, zu prüfen, zu erhalten und weiterzuentwickeln sind daher ständige Untersuchungen nötig. Der Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitern in der Werkstofftechnik und Materialprüfung in vielfältigen Branchen ist demnach groß und wird auch weiter steigen. Daher werden die fertigen „Materialographen“ ohne Probleme interessante und gut bezahlte Jobs in der Industrie, vor allem in größeren Firmen, finden. Aber auch an Forschungsinstituten sind Materialographen gesuchte und wichtige Fachkräfte. 

In welchen Branchen werden Materialographen eingesetzt? 
Die Automobilbranche ist zum Beispiel ein wichtiger Arbeitgeber, ebenso die Maschinen und Werkzeugindustrie. Auch Gießereien, Beschichtungstechnik, Fertigungstechnik oder die Elektronikindustrie brauchen Materialographen. Eigentlich überall, wo man aus Werkstoffen Bauteile herstellt, Werkstoffe verarbeitet oder bearbeitet, ist auch die Materialprüfung unerlässlich.

Mit welchen Inhalten befasst sich das Studium? 
Wie bei anderen naturwissenschaftlichen Studiengängen stehen im Grundstudium die Fächer Chemie, Physik, Elektrochemie und Festigkeitslehre und auch die Werkstoffkunde im Vordergrund. Diese Fächer werden gemeinsam mit anderen Studiengängen besucht. Aber es gibt auch ganz spezielle Fächer wie „Metallographische Präparation“, Material-mikroskopie, Gefügeinterpretation und quantitative Gefügeauswertung sowie Materialographie-Projekte. 

Findet der Großteil des Studiums im Labor statt? 
Ein Studium beinhaltet naturgemäß mehr Theorie als Praxis. Jedoch sind im Studiengang Materialographie/Neue Materialien im Vergleich zu anderen Studiengängen wie Werkstoffkunde oder Materialwissenschaft wesentlich mehr Praxis-Vorlesungen und Projektarbeiten enthalten, bei denen die Studierenden im Labor und an den Mikroskopen arbeiten und lernen. Zudem bieten die vielfältigen Forschungsprojekte an der Hochschule Aalen eine sehr interessante Plattform, um sich ergänzend zum Studium als studentische Hilfskraft in den Projekten praktische Kenntnisse anzueignen. 

Was ist das Besondere an diesem Studium? 
Dass man mit der Materialographie ins Innere der Werkstoffe vordringt, in eine neue wundersame Welt, die einen mit unendlich vielfältigen Gefügestrukturen begeistert. Und dass man zur Entwicklung neuer Werkstoffe beitragen kann, die zum Beispiel zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Elektromobilität oder erneuerbaren Energieversorung notwendig sind.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für die Absolventen? 
Der „Advanced Materials and Manufacturing (Research Master) M.Sc.“ ist ein innovatives, attraktives Masterprogramm und nahezu einzigartig in Deutschland. Im Gegensatz zum klassischen „Taught Master“ liegt der Schwerpunkt des Studiums in der angewandten Forschung. Man bearbeitet mit dem betreuenden Professor eigenständig aktuelle Forschungsthemen aus den Bereichen der Werkstoff- und Fertigungstechnik. Dazu stehen moderne Labore mit hochwertiger Ausstattung zur Verfügung. In Kooperation mit anderen Universitäten besteht im Anschluss an den Master auch die Möglichkeit zur Promotion.

GUT ZU WISSEN... 

  • Der Studiengang Materialographie/Neue Materialien kann später dabei helfen, Schadensfälle aufzuklären oder neue Werkstoffe zu kreieren

  • Ausgebildete Materialographen finden ohne Probleme gut bezahlte Jobs in der Industrie

  • Der Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitern in der Werkstofftechnik und Materialprüfung in vielfältigen Branchen ist groß

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