STUDIUM: GEOINFORMATIK UND SATELLITENPOSITIONIERUNG

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ABSEITS DES MAINSTREAMS

Abwechslungsreiches Studium: Geoinformatik und Satellitenpositionierung

Die Vermessung der Welt findet zunehmend mit computergestützten Methoden statt. Geoinformatiker (m/w/d) lernen, sich digitaler Technologien zu bedienen, geographische Daten zu erfassen, sie adäquat in Datenbanken zu speichern, zu verwalten und sie zu analysieren. Die Darstellung dieser Daten erfolgt mittels Geoinformationssystemen (GIS). Daraus ergeben sich bereits wesentliche Schwerpunkte der Studieneingangsphase, wie Programmieren, Software Engineering oder Computergrafik sowie Mathematik und Physik.
Prof. Jens Czaja berichet im Interview "Meet Experts" über den Studiengang Geoinformatik und Satellitenpositionierung. Ein abwechslungsreiches Studium, vielfältige berufliche Einsatzmöglichkeiten sowie beste Zukunftsaussichten.

Navigationssystem

Navigationssystem

„Ohne die Geoinformatik
wäre Google Earth
nicht möglich.“

Hochschule München
Lothstraße 34
80335 München

Herr Prof. Czaja, womit beschäftigt sich die Geoinformatik ?
Die Geoinformatik ist ein Teilgebiet der Geodäsie. Vermutlich denken Sie gerade „Geowas?!“ – diesen Fachbegriff kennen viele nicht. Dennoch nutzen wir die Arbeiten der Geodäsie täglich, z. B. sobald wir unser Navi programmieren, schnell auf Google-Earth nachschauen oder eine Karte zur Hand nehmen. Die Geodäsie befasst sich mit der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche, um damit natürliche und künstliche Objekte der Erdoberfläche zu erfassen und darzustellen. Man spricht hier von der Erfassung von Geoinformationen oder Geodaten. Die Geodäsie beschäftigt sich auch mit der Erdfigur an sich, wie z. B. Bezugssysteme festgelegt werden können, die uns eine Orientierung ermöglichen – Stichwort Koordinatensysteme. Und eines ihrer Teilgebiete ist dann die Geoinformatik. Die Geoinformatik befasst sich mit diesen raumbezogenen Daten und mit den Mitteln der Informatik, um sie in Geodatenbanken zu sammeln und weiterverarbeiten zu können. Sprich: Ohne die Geoinformatik wäre Google Earth nicht möglich.

Wofür steht der Begriff Satellitenpositionierung?
Bei der Satellitenpositionierung geht es nicht um die Positionierung von Satelliten im All. Das macht die Luft und Raumfahrttechnik. Wir dagegen nutzen die Satelliten, um uns auf der Erde zu positionieren – und zwar möglichst genau. Im Studiengang lernen Sie, wie die entsprechenden Systeme funktionieren und angewendet werden. Die Satellitenpositionierung ist aber nur eine Technologie um die Geodaten hier auf der Erde zu erfassen – Sie lernen im Studium noch viele weitere kennen, wie z. B. 3D-Laserscanning.

Das klingt sehr abwechslungsreich.
Ja, das ist es. Sie lernen Grundlagen aus vielen Bereichen kennen und auch der Unterricht ist sehr vielfältig. Wir bieten praxisbegleitende Lehrveranstaltungen, Übungen in kleinen Gruppen, Unterricht mit externen Lehrbeauftragten und Kooperation mit Hochschulen im Ausland. Wir legen viel Wert auf die praktische Ausbildung: Im 6. Semester wird ein Praxissemester absolviert, da geht’s 17 Wochen am Stück in ein Unternehmen, ein Institut oder eine Behörde. Hier können Sie das, was Sie in der Theorie gelernt haben, in der Praxis anwenden, Kontakte zu potentiellen späteren Arbeitgebern knüpfen und oft ergeben sich so interessante Themen für Abschlussarbeiten. Natürlich können Sie das Praxissemester auch im Ausland absolvieren.

Oft wird über eine geringe Frauen-Quote in den MINT-Fächern geklagt. Haben Sie viele Studentinnen? Auch bei uns ist die Frauen-Quote mit 10-30% leider gering. Wir stellen bei Berufswahlmessen häufig fest, dass bei Frauen eher Ängste da sind, den MINT-Anforderungen nicht gewachsen zu sein, oder auch eine Scheu vor technischen Bereichen besteht. Doch dieser Studiengang bietet ein so breites berufliches Betätigungsfeld, dass hier jeder etwas für seine Neigungen finden kann.

Was genau meinen Sie mit „breites berufliches Betätigungsfeld“?
Wenn z. B. jemand feststellt, dass die technische Seite doch nicht die Erfüllung bringt, kann er in den planerischen Bereich gehen. Sie können sich je nach Neigung in Richtung Bürojob oder naturnahes Arbeiten entwickeln. Im planerischen Bereich, im Amt für ländliche Entwicklung etwa, ist auch viel kommunika tives Talent und Fingerspitzengefühl gefragt. Wird z. B. eine Umgehungsstraße geplant, gehören natürlich auch Umfragen in der Bevölkerung und öffentliche Diskussionen dazu. Da der Beruf weltweit ähnlich aufgebaut ist, kann, wer Lust hat, was von der Welt zu sehen, in ein international aufgestelltes Unternehmen gehen und hat dort beste Chancen in dem Beruf weit rumzukommen.

Und welche konkreten beruflichen Einsatzmöglichkeiten finden sich für AbsolventInnen?
Die Vielfalt ist auch hier enorm. Mögliche Arbeitgeber sind Behörden, wie die Vermessungsverwaltungen der Länder oder die Ämter für ländliche Entwicklung, die z. B. für Flurordnungsverfahren, Dorferneuerungsverfahren und Planung neuer Baugebiete zuständig sind. Viele AbsolventInnen gehen in private Vermessungsingenieurbüros oder in Unternehmen aus dem Bereich der Energiewirtschaft, zu Geräteproduzenten, Baufirmen, Softwareherstellern für Geoinformationssysteme. Manche machen sich selbständig und sogar Versicherungen und Banken beschäftigen Geodäten, z. B. zur Risikoeinschätzung in Bezug auf Hochwassergefahr oder als Immobiliengutachter. 

GUT ZU WISSEN... 

  • Der „Bachelor of Engineering für Geoinformatik und Satellitenpositionierung“ ist die Weiterentwicklung des Berufsbildes Ingenieur (m/w/d) für Vermessungstechnik. Der Studiengang beschäftigt sich mit den Methoden und Technologien zur Erfassung von künstlichen und natürlichen Objekten der Erdoberfläche und wie diese in Form von Datenmodellen, Karten und evtl. auch Applikationen und Anwendungen weiterverarbeitet werden können. 

  • Die Regelstudienzeit beträgt 7 Semester, darunter 1 Praxissemester.

  • Studienbeginn ist jeweils im Wintersemeste (ab 1. Oktober). Die Anmeldung läuft vom
    1. Mai bis 15. Juli.

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