KARRIEREPLANUNG: FRAUEN IN MINT-BERUFEN

Headerbild zum Interview "Mehr Frauen in MINT Berufen"

MEHR MUT - MEHR PERSPEKTIVEN

Mehr Frauen in MINT-Berufen.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Baden-Württembergische Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, über die Ziele und Maßnahmen der Landesinitiative Frauen in MINT-Berufen. 

Die Wirtschaft in Baden-Württemberg brummt, Fachkräfte werden händeringend gesucht. Woran liegt es, dass sich trotz exzellenter Zukunftsaussichten noch immer vergleichsweise wenig Frauen für einen MINTBeruf entscheiden?
Klischees und gesellschaftliche Stereotypen, dass Jungs mehr als Mädchen technisch begabt sind, halten sich leider hartnäckig. Wichtig ist es deshalb, Mädchen und junge Frauen durch zielgruppengerechte Ansprache zu ermutigen, sich in MINT-Themen auszuprobieren und ihre Talente zu entdecken. Im Hinblick auf die Berufs- und Studienwahl ist es entscheidend, den jungen Frauen viel stärker die gesellschaftlichen
Bezüge und Beiträge der Technik zu vermitteln und geschlechtergerechte didaktische Zugänge zu den MINT-Themen zu schaffen: Die Lerninhalte müssen Alltags- und Lebensweltbezüge herstellen, Funktionsweisen und Nutzungsmöglichkeiten in Beziehung dazu setzen und die Bedeutung der Technik für Wirtschaft und Gesellschaft herausstellen. Hier setzen unsere MINT-Maßnahmen über alle Altersgruppen hinweg an. Wir wollen die Chancen und die Faszination der Technik- und IT-Berufe an Mädchen und Frauen vermitteln.

Foto Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württembergs

„Wir wollen die Chancen und die Faszination der Technik- und IT-Berufe an Mädchen und Frauen vermitteln.“

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg
Landesinitiative Frauen in MINT-Berufen
Schlossplatz 4
70173 Stuttgart
info@mint-frauen-bw.de | www.mint-frauen-bw.de

Die Landesinitiative „Frauen in MINT Berufen“ gibt es bereits seit neun Jahren. Welche Maßnahmen
wurden ergriffen?

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat 2010 die Landesinitiative „Frauen in MINTBerufen“
ins Leben gerufen, um mehr Frauen für eine Ausbildung, ein Studium oder einen Beruf in den Arbeitsbereichen rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu gewinnen, Ausstiege zu verringern und die Attraktivität der MINT-Berufe für Frauen zu steigern. Die Initiative wurde gegründet mit zunächst 24 Bündnispartnern aus dem Kreis der Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kammern, Verbände, Hochschulen, Stiftungen, Frauennetzwerke und wurde inzwischen auf über 54 Partnerorganisationen ausgebaut. Ziel ist es, die vielfältigen MINT-Akteure und -Aktivitäten landesweit entlang einer gemeinsamen lebensphasenorientierten Gesamtstrategie von der Kita bis zu den Unternehmen zu bündeln und vernetzen. Gerne erwähne ich exemplarisch einige Maßnahmen: Im Rahmen der Landesinitiative werden Projekte wie Girls Day Akademien für Schülerinnen, Mentoringprogramme für Schüler und Studienanfänger (m/w/d), Karriere- und Netzwerkförderprogramme und MINT Dialog Days in Unternehmen umgesetzt und weit über 150 Veranstaltungen und Kongressen pro Jahr erfolgreich durchgeführt. Unser Facebook-Auftritt „MINT in deinem Leben“ richtet sich unmittelbar an Schüler (m/w/d), m Informationen zu Projekten, Messen und Veranstaltungen rund um MINT und die Berufswahl zu geben und weibliche Rollenvorbilder zu präsentieren. Auch unser neues Format der sogenannten 360 Grad Videos bietet Interessentinnen spannende, virtuelle Einblicke in die Berufswelt.


"Der Anteil der Studienanfänger  (m/w/d) in MINTStudiengängen ist auf mehr als 30 Prozent angestiegen."


Welche Ergebnisse konnten seither erreicht werden?
Der Anteil der Studienanfänger (m/w/d) in MINT-Studiengängen ist auf mehr als 30 Prozent angestiegen. Die absolute Zahl der Studienanfänger (m/w/d) hat sich damit seit 2010 um mehr als 50 Prozent erhöht. Die Zahl der Erwerbstätigen Frauen in MINT-Berufen ist zwischen 2012 und 2016 von 213.000 auf 247.000 und damit um fast 16 Prozent angestiegen. Großer Handlungsbedarf besteht noch in der dualen technischen Ausbildung, wo der Frauenanteil bei knapp über 11 Prozent liegt.

Welche weiteren Projekte verfolgen Sie zurzeit?
Unsere Zukunftsberufe werden immer stärker durch Digitalisierung geprägt sein. Glaubt man den Prognosen, so werden zwei Drittel unserer derzeitigen Grundschüler später einmal Berufe ergreifen, die es heute noch gar nicht gibt! Deshalb ist es mir als Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg und auch als Mutter dreier Töchter ein ganz besonderes Anliegen, speziell bei Mädchen und jungen Frauen frühzeitig das Interesse für digitale Themen und Kompetenzen zu wecken. Das Ministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Wohnungsbau hat daher im Oktober 2018 das Modellprojekt Girls` Digital Camps gestartet. Schüler  (m/w/d) der Klassenstufen 6 bis 10 erhalten konkrete Einblicke in digitale Anwendungen und Berufsfelder. Durch das modulare Angebot in Kooperation mit Schulen, Unternehmen und weiblichen Vorbildern wird das Selbstbewusstsein im Umgang mit und in der Gestaltung von digitaler Technik gestärkt und die Schüler (m/w/d) erleben, wie vielfältig, kreativ, zukunftsorientiert und gesellschaftlich relevant digitale Anwendungen und Berufe sind. Die Inhalte der Camps orientieren sich dabei gezielt an der Lebenswelt und den Interessen der jungen Frauen. Baden-Württembergs klarer Anspruch ist es, ich auch in der digitalen Zukunft als führender Innovations- und Wirtschaftsstandort zu positionieren. Aus diesem Grund müssen wir unsere Kinder und Jugendlichen gezielt und frühzeitig an diese Themen heranführen. Denn unsere Kinder werden die Zukunft unseres Landes gestalten.

GUT ZU WISSEN...

  • Das Ziel der Landesinitiative „Frauen in MINT Berufen" ist es mehr Frauen für eine Ausbildung, ein Studium oder einen Beruf in den Arbeitsbereichen rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu gewinnen

  • seit 2010 ist der Anteil der Studienanfänger  (m/w/d) in MINT-Studiengängen um 30% und die Zahl der Erwerbstätigen Frauen in MINT-Berufen um 16% angestiegen

  • Projekte wie Girls Day Akademien, Mentoringprogramme, Karriere- und Netzwerkförderprogramme und MINT Dialog Days in Unternehmen sind nur einige MINT-Maßnahmen über alle Altersgruppen hinweg

  • seit Oktober 2018 startet das Modellprojekt Girls` Digital Camps, bei dem Schülerinnen der Klassenstufen 6 bis 10 konkrete Einblicke in digitale Anwendungen und Berufsfelder erhalten

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