INITIATIVBEWERBUNG

RAUS AUS DER KONKURRENZ

In der Karriereberatung wird man immer wieder gefragt, ob es wirklich sinnvoll ist, sich initiativ zu bewerben, wenn man doch gar nicht weiß, ob ein Unternehmen Bedarf hat. Viele Bewerbende haben auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Haben sehr viele Bewerbungen geschrieben und keinen Rücklauf generieren können.

Es gibt zwei Argumente für die Initiativbewerbung. Zum einen kommt man nur so an den verdeckten Arbeitsmarkt (das sind all die Stellen, die noch nicht ausgeschrieben wurden, aber der Bedarf schon da ist) und zum anderen steht man nicht mit so vielen anderen Bewerbern im Wettbewerb.

STIMMEN ZUR INITIATIVBEWERBUNG

Warum Initiativbewerbungen sinnvoll sind.

MAXIMALE CHANCHEN DURCH INITIATIVBEWERBUNG

Ingrid Marold, Personalberaterin, darüber, warum Initiativ­bewerbungen auf dem Weg zur erfolgreichen Bewerbung ein Muss sind.

Ingrid Marold

Ingrid Marold
rekurtiert seit 20 Jahren Fach- und Führungskräfte für namhafte Unternehmen verschiedener Branchen. 

Frau Marold, warum sind Initiativbewerbungen so wichtig?

Weil der Stellenmarkt wesentlich größer ist, als es die Anzeigen im Internet und in der Zeitung widerspiegeln – 60 Prozent der offenen Stellen sind nicht sichtbar!

Warum werden nur 40 Prozent der Stellen ausgeschrieben?

Häufig liegt es am internen Prozess: Der Abteilungsleiter weiß schon, dass er Zuwachs in seiner Abteilung braucht, aber die Stelle muss noch genehmigt oder das Budget dafür freigegeben werden. Es vergeht ein Zeitraum von einigen Wochen bis einigen Monaten bis es zur Ausschreibung kommt. Diese Phase können Bewerber nutzen. 

Daraus ergeben sich für den Initiativbewerber ja richtig hohe Chancen!

Genau – als Initiativbewerber habe ich den Vorteil, dass ich anders als bei einer Stellenanzeige nicht mit vielen anderen im Wettbewerb stehe. Meine Bewerbung wird also intensiver wahrgenommen. Und: Für ein Unternehmen ist ein Ausschreibungsprozess sehr aufwendig. Einer richtig platzierten Initiativbewerbung wird also auch große Aufmerksamkeit geschenkt, weil sie dem Unternehmen Zeit und Kosten spart. Natürlich darf ich nicht erwarten, dass ich schon nach drei Initiativbewerbungen einen neuen Job habe. 

Sondern?

Ich muss eher 50 anschreiben, um Aussicht auf Erfolg zu haben. 

Woher weiß ich, welche Unternehmen mein Berufsbild beschäftigen, wenn keine Stellen ausgeschrieben sind ?

Vieles lässt sich im Internet auf den Homepages der Firmen recherchieren. Sie können auch einfach in unseren PROFFILE Firmenguides blättern oder auf www.proffile.de stöbern – in PROFFILE bilden viele Unternehmen der Region eine Übersicht über die beschäftigten Berufsbilder ab. 

Zum Handling: Worauf muss ich bei Initiativbewerbungen achten?

Der Bewerber sollte sich intensiv auf das Unternehmen vorbereiten, für das er sich bewirbt. Am besten informiert er sich eingehend über die Produkte oder Dienstleistungen, um herauszufinden, ob und wie seine Erfahrung in dem Unternehmen einzubringen ist. Bitte niemals schreiben: „Ich bin auf der Suche nach spannenden Herausforderungen ...“ oder „Ich bin für alles offen“. Es geht nicht darum, was ich will, sondern darum, was ich für das Unternehmen tun kann! Ich muss immer aus Sicht des Unternehmens argumentieren und überlegen, welche meiner Fähigkeiten und Erfahrungen das Unternehmen weiterbringen. 

An wen richte ich eine Initiativbewerbung?

Das hören die meisten ungern: Greifen Sie zum Hörer und finden Sie’s heraus! Denn es darf keinesfalls „Sehr geehrte Damen und Herren ...“ in meinem Anschreiben stehen. Ich muss wissen, an wen ich mein Anschreiben richte. Ich muss an den Entscheider ran. Das geht nur telefonisch. Sprechen Sie also mit dem Abteilungsleiter, für dessen Bereich Sie sich interessieren. Fragen Sie ihn, ob Ihre Qualifikation überhaupt gefragt ist. Ein weiterer Vorteil für Ihr Anschreiben: Sie können sich darin gut auf das Telefonat beziehen. Danach geht es an ein zweites Telefonat. Am besten kündigen Sie das schon in der Bewerbung an, zum Beispiel so: „Ich werde mich nächste Woche wieder melden“. Dann weiß derjenige, er muss sich mit der Bewerbung beschäftigen.

Sind das Empfehlungen für Jobs auf allen Ebenen, oder nur für Führungskräfte?

Nein, das gilt für Jobs auf allen Ebenen.

FRAGEN UND ANTWORTEN

Eine gute Initiativbewerbung.

Erfolgreiches lachendes Business Team

ANTWORTEN AUF DIE HÄUFIGSTEN FRAGEN ZUR INITIATIVBEWERBUNG

1. Wie kann ich in Erfahrung bringen, welche Unternehmen mein Berufsbild beschäftigen, wenn keine Stellen ausgeschrieben sind?

Viele Unternehmen halten dazu Informationen im Karrierebereich ihrer Homepages bereit. Auch im PROFFILE Firmenguide finden Sie die beschäftigten Berufsbilder der abgebildeten Firmen der Region. Unter PROFFILE.de können Sie ab Januar 2016 gezielt online nach Ihrem Berufsbild und weiteren Kriterien suchen. 

2.  An wen richte ich meine Initiativbewerbung?

Nehmen Sie telefonisch Kontakt mit dem Unternehmen auf. Sprechen Sie mit dem Abteilungsleiter, für dessen Bereich Sie sich interessieren. Richten Sie Ihr Anschreiben an diesen Ansprechpartner, nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren … “. 

3.  Was kommt in eine Initiativbewerbung rein?
Anschreiben, Lebenslauf und maximal ein aktuelles Zwischenzeugnis reichen aus.

DIE DREI WICHTIGSTEN SCHRITTE BEI EINER INITIATIVBEWERBUNG

  1. Schreiben Sie an einen bestimmten Ansprechpartner, nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren …“. Telefonieren Sie deshalb vorher!

  2.  Formulieren Sie, wie Sie dem Unternehmen nutzen können, anstatt zu schreiben, „ich bin offen für alles“.

  3. Informieren Sie sich, was das Unternehmen macht und arbeiten Sie heraus, weshalb es sinnvoll ist, dass Sie sich dort bewerben.