BEWERBUNGSPHASE: DIE GEHALTSVERHANDLUNG

Interview Headerbild zum Thema Gehaltsverhandlung

KEINE ANGST VOR DER GEHALTSVERHANDLUNG

Du willst mehr Gehalt? Dann hol es Dir in der Gehaldsverhandlung

Egal, ob während der Anstellung bei einem Unternehmen oder beim Wechsel zu einem neuen Job – das Thema Gehaltsverhandlung begegnet jedem in seiner Karriere. Besonders schwierig ist dieses Thema für Berufseinsteiger, da sie häufig nicht wissen, wie viel Gehalt sie überhaupt verlangen können und wie sie am besten das Gespräch mit ihrem Chef suchen. Wie fragen Sie also nach mehr Gehalt? Was können Sie tun, was sollten Sie bleiben lassen?
Zur optimalen Vorbereitung auf Ihre Gehaltsverhandlung spricht Ingrid Marold, Personalberaterin und Unternehmerin, darüber, wie die Unsicherheit bei der Gehaltsfrage überwunden werden kann. Keine Angst haben vor der Gehaltsverhandlung.

Sehr viele Menschen sind verunsichert, wenn im Gespräch das Gehaltsthema aufkommt. Warum ist das so?
Die Verunsicherung besteht vor allem in der Unkenntnis darüber, was „ich wert bin“. Bewerber befinden sich häufig in einer Zwickmühle: einerseits womöglich zu viel zu fordern und dadurch den Job nicht zu bekommen, andererseits droht das unangenehme Gefühl, sich unter Wert „verkauft“ zu haben.

Ingrid Marold

Ingrid Marold, Personalberaterin

"Ich empfehle, sich die Frage zu stellen, was ist meine Ausbildung und Erfahrung für das Unternehmen wert?"

MAROLD Personalberatung
Magirus-Deutz-Str. 10
89077 Ulm

Gibt es denn den einen „Wert“, sprich ein bestimmtes Gehalt, für eine bestimmte Stelle?
Das ist vor allem von der Größe des Unternehmens abhängig. Es gibt in der Regel immer eine „Obergrenze“, die das Unternehmen nicht überschreitet, damit das interne Gehaltsgefüge eingehalten wird. Unterhalb dieser Grenze ist das Gehalt aber abhängig davon, was Bewerber an Ausbildung und verwertbarem Vorwissen, genau für diese Stelle, mitbringen. Bei größeren Unternehmen, die tarifgebunden und alle Stellen in diesem Tarif klassifiziert sind, ist die Gehaltsgröße vorab definiert und der Spielraum nur in dem sogenannten „AT“ Bereich, dem „Außertariflichen“ gegeben. Dieser und auch diverse Benefits wie Firmen-PKW sind dann noch verhandelbar.

Ist die Gehaltsstruktur bei einem kleineren Unternehmen anders, als bei einem großen?
Meiner Erfahrung nach: ja. Schon die Gehaltstransparenz erfordert ja, dass gleichwertige Aufgaben gleichwertig bezahlt werden. Bei kleineren Unternehmen fehlt häufig die Vergleichbarkeit, das heißt, es gibt kaum Mitarbeiterprofile, die die gleiche Ausbildung und die gleiche Anzahl von Berufsjahren haben und oftmals auch nicht die Stellen, die die exakt gleiche Aufgabenbeschreibung vorweisen. Somit bewertet ein kleineres Unternehmen ein Bewerberprofil auch viel individueller.

"Eine Zahl kann fast jeder sagen: nämlich das Minimum, unter dem er/sie nicht arbeiten will, egal, welcher Job angeboten wird."


Was bedeutet dies für die Gehaltsverhandlung?

Grundsätzlich muss ich mir als Bewerber immer im Vorfeld die Frage stellen, was will ich verdienen? Dazu finden wir viele Informationen im Internet, zum Beispiel in Tarifverträgen, Branchen-News oder bei der IHK. Diese müssen allerdings sehr genau ausgewertet werden, da für den gleichen Job in der einen Branche und an einem bestimmten Standort wesentlich weniger bezahlt wird als in einer anderen Branche und an einem anderen Standort. Bei tarifgebundenen Unternehmen fällt diese Recherche natürlich leichter.

Und dennoch sind sich viele Bewerber nicht sicher, welches Gehalt Sie nennen sollen?
Das ist richtig. Aber eine Zahl kann fast jeder sagen: nämlich das Minimum, unter dem er/sie nicht arbeiten will, egal, welcher Job angeboten wird. Wenn ich das weiß, dann brauche ich auch keine Angst davor zu haben, wenn ich eine Absage wegen des Gehalts bekomme. Ich empfehle darüber hinaus mir die Frage zu stellen, was meine Ausbildung und Erfahrung für das Unternehmen „Wert“ ist? Es kann beispielsweise sein, dass ich einen Branchenwechsel anstrebe. In diesem Fall kann ich nicht das Maximum fordern, weil ich mich erst einarbeiten muss. Ich kann aber signalisieren, dass ich verhandlungsbereit bin und biete einen Zwei-Stufen-Plan an. Keine Angst haben vor der Gehaltsverhandlung.

Häufig wird schon bei der Bewerbung darum gebeten den Gehaltswunsch anzugeben. Wie gehe ich damit um?
Wie gesagt, wenn ich weiß, dass ich unter einem bestimmten Gehalt nicht arbeiten möchte, dann kann ich dieses auch problemlos nennen. Wenn ich wegen des Gehalts wechseln will, dann sollte ich es ohnehin nennen. Wenn ich mehr verdienen will, aber nicht weiß, ob mich das aus dem Bewerbungsprozess katapultiert, dann kann ich auch diplomatische Formulierungen wählen. Zum Beispiel: „Ihr Unternehmen/die Aufgabe, die Sie anbieten, interessiert mich, weshalb ich mich heute bei Ihnen bewerbe. Dies hat Vorrang vor der Gehaltsfrage, die ich gerne in einem persönlichen Gespräch erörtere“. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass das Gehalt im Großen und Ganzen zu der Aufgabe passt. Wenn ein Unternehmen extrem unterbezahlt, wird es keine guten Mitarbeiter bekommen.

GUT ZU WISSEN...

  • Für die Gehaltsfrage sollte man immer eine Antwort parat haben!

  • Es gibt nicht das eine richtige Gehalt für eine Stelle! Da es branchen-, standort-und
    erfahrungsabhängig ist.

  • Informationen gibt es im Internet bei Branchennews, Tarifverträgen, IHK etc.

WEITERE BLOG-BEITRÄGE

Interview Headerbild zum Potenzialtest

POTENZIALANALYSE UND -TEST

Interview Headerbild zum THema Knigge im Vorstellungsgespräch

KNIGGE IM VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Headerbild zum Interview über das Thema Bewerbungsunterlagen Checkliste

BEWERBUNGSUNTERLAGEN-CHECKLISTE

Erfahre alles über die aktuellsten Ausgaben unserer  PROFFILE Firmenguides, spannende Neuerungen bei uns, interessante Veranstaltungen und Neues aus der PROFFILE Welt.

Verpasse nie wieder Neuigkeiten rund um das Thema Karriere & Bewerbung und melde Dich zum PROFFILE Newsletter an!