BERUFSBILD: VERFAHRENSMECHANIKER (M/W/D)

Interview über die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

KUNSTSTOFF UND KAUTSCHUK KÖNNEN ZUSAMMEN MEHR ALS MAN DENKT

Das Berufsbild des Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik (m/w/d).

Kunststoff ein unverzichtbarer Werkstoff in der Industrie geworden. Und nicht nur das – in der Medizin hat die Verwendung von Kunststoffen zu bahnbrechenden Fortschritten geführt. Spritzen, Implantate, künstliche Organe, Prothesen oder auch Kontaktlinsen und Brillengläser – nichts wäre so effizient wie es heutzutage ist, wenn es den Kunststoff nicht gäbe! Der Beruf des Verfahrensmechanikers (m/w/d) für Kunststoff- und Kautschuktechnik ist so vielseitig wie kaum ein anderer. Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik sind sowohl für die Bedienung und Überwachung von Maschinen zuständig, als auch für die Mischung der Zutaten der Materialien nach Rezept. Umgangssprachlich kennt man Kunststoff eher als Plastik und Kautschuk als Gummi. Was man mit diesen Materialien alles herstellen kann...
Winfried Wanka, Mitglied der Geschäftsleitung mit Schwerpunkt Human Resources und Recht bei der Firma Mayser berichtet im Interview "MEET EXPERTS" über die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik (m/w/d).

Winfried Wanka berichtet über die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

Winfried Wanka

"Als gelernter Verfahrensmechaniker 
für Kunststoff hat man in seiner Schicht die gesamte Verantwortung für den Maschinenpark."

Mayser GmbH & Co. KG
Örlinger-Str. 1-3
89073 Ulm 

Mayser ist international tätig. In welchen Bereichen wird ein Verfahrensmechaniker (m/w/d) für Kunststoff und Kautschuktechnik benötigt?
Die Verfahrensmechaniker (m/w/d) für Kunststoff und Kautschuktechnik werden primär für den Unternehmensbereich Sicherheitstechnik ausgebildet. Dort werden u. a. Einklemmschutzsensoren für die Automobilindustrie und den Öffentlichen Personenverkehr hergestellt. Unsere Produkte finden sich auf fast allen  Kontinenten, z. B. in Fahrzeugen der Firmen EvoBus, Tesla, GM, Mercedes und in vielen weiteren. In unserem Werk in den USA laufen bis auf wenige Ausnahmen dieselben Produktionsprozesse ab wie in Ulm. In Michigan waren zur Prozessoptimierung schon mehrmals ehemalige Auszubildende vor Ort.

Was ist das Besondere an diesen Materialien? 
Das Besondere ist, dass es sie aufgrund der klassischen kunststofftechnischen Betrachtungsweise eigentlich gar nicht geben dürfte. Es handelt sich nämlich um eine Mischung aus Thermoplast und Gummi, die auf hoch-modernen Anlagen als Mehrkomponentenextrudat zu Profilen verarbeitet wird. Daraus entstehen bei uns dann in weiteren Fertigungsschritten taktile Sensoren für Heckklappen oder Schiebetüren. Wenn diese Sensoren von einer Person berührt werden, stoppt beispielsweise der Motor, der die Heckklappe eines Geländewagens schließt.

Gibt es spannende Schwerpunkte in der Ausbildung? 
Die gesamte Ausbildung wird durch unterschiedliche Projekte sehr interessant und spannend gestaltet. Getreu diesem Motto „Gemeinsam im Team arbeiten und voneinander lernen“ starten regelmäßig Projekte, bei denen alle Auszubildenden gemeinsam im Team zusammenarbeiten. Es gibt einen jährlichen Azubi-Ausflug mit Teambuilding, bei dem sich die Azubis der Standorte Ulm und Lindenberg kennenlernen. Einmal im Jahr wird der Aufbau für ein Themenboot beim Nabada gestaltet und umgesetzt. Alle zwei Jahre dürfen unsere Azubis auf der Bildungsmesse selbst die Berufsberatung durchführen und dabei auch unsere Firma und ihre Produkte vorstellen. Ein freiwilliges Soziales Projekt, bei dem soziale Kompetenzen erworben werden können, rundet das interessante Programm ab.

Lukas Jackert, Verfahrensmechaniker

Lukas Jackert hat seine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik bei Mayser abgeschlossen und ist nun als Maschineneinrichter tätig. Damit trägt er die Verantwortung für den gesamten Maschinenpark in seiner Schicht.

Ein typischer Arbeitstag als Verfahrensmechaniker sieht wie aus?
Im Schichtbetrieb erfolgt bei Arbeitsbeginn die Schichtübergabe zusammen mit den Kollegen. Als Maschineneinrichter und gelernter Verfahrensmechaniker für Kunststoff hat man in seiner Schicht die gesamte Verantwortung für den Maschinenpark. Man muss sich die Merkmale jeder Spritzgussmaschine einprägen, sollte die Besonderheiten von jedem Spritzgusswerkzeug kennen und dabei z. B. das Fließverhalten des zu verarbeitenden Kunsttoffes berücksichtigen.

Da darf man den Überblick aber nicht verlieren …
Das stimmt. Es sind viele gleichzeitig ablaufende Aufgaben zu koordinieren. Das erfordert viel Geduld und auch die Fähigkeit, unter Druck stets einen kühlen Kopf zu bewahren. Für diesen Beruf sind flexibles Handeln und genaues Arbeiten aber genauso wichtig. Eine schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit zum räumlichen Denken können dabei sehr hilfreich sein.

Ist das ein richtiger Männerjob?
Der Beruf ist für beide Geschlechter geeignet, sofern Interesse an Technik und Maschinen vorhanden ist und man gerne auch mal selbst ein Werkzeug in die Hand nimmt. Es ist jedoch nichts für Büromenschen. Wir bieten gerne auch Praktika für die an, die einfach mal reinschnuppern möchten.

Welche Karrierepfade sind nach der Ausbildung möglich?
Nach der Ausbildung sind Weiterbildungen zum Techniker oder Meister möglich, je nachdem, ob mehr Interesse für die Technologie oder für die Mitarbeiterführung vorliegt. Auch für ein Studium zum Bachelor of Engineering im Bereich Kunststofftechnik bildet unsere Ausbildung eine sehr gute Basis. 

Auf was legen Sie bei Bewerbern (m/w/d) besonders wert? 
Ordentliche Noten, ein Fachabitur kann nicht schaden, ein guter Realschulabschluss muss mindestens vorliegen. Insbesondere Interesse an den Fächern Physik, Chemie und Mathematik sollte vorhanden sein, um gut durch die Ausbildung zu kommen. Hinzu kommen Teamfähigkeit und lösungsorientiertes Arbeiten.

GUT ZU WISSEN... 

  • Die Verfahrenstechniker (m/w/d) werden für den Unternehmensbereich Sicherheitstechnik ausgebildet
  • Die Auszubildenden (m/w/d) haben viele Projekte und lernen sich auch untereinander kennen
  • Ein Interesse an Technik und Maschinen sollte vorhanden sein 

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