BERUFSBILD: TEACH-FIRST-FELLOW (M/W/D) 

Interview zum Berufsbild Teach-First-Fellow

DIE LEADERSHIPROLLE DEINES LEBENS

Als Teach-First-Fellow unterstützt du Schüler bei ihrem Schulabschluss

In Deutschland entscheiden Einkommen der Eltern, Herkunft und Mangel an Unterstützung über den Bildungserfolg. Sie machen sich als Hindernisse besonders bemerkbar, wenn Schüler zwischen Schulformen stehen oder eine Ausbildung beginnen wollen. Teach First Deutschland hat dieser Ungerechtigkeit den Kampf angesagt. Louisa Zapf, Teach-First-Fellow bei Teach First Deuschland, berichtet im Interview "MEET EXPERTS" über ihren Einsatz als Fellow an einer Ulmer Brennpunktschule und die Arbeit mit den Schülern.  

Louisa Zapf, Fellow bei Teach First Deutschland über ihre Aufgaben als Teach-First-Fellow

Louisa Zapf, Teach-First-Fellow

Die Erfahrungen, die man als Fellow macht, bereichern und prägen das Leben!

Teach First Deutschland gGmbH
Hospitalstraße 22-24
70174 Stuttgart

Was ist die Idee hinter Teach First Deutschland?
Die gemeinnützige Organisation kämpft für mehr Chancengleichheit im Bildungssystem. Ziel ist es, dass jedes Kind die Schule mit einem Abschluss und dem festen Glauben an den eigenen Erfolg verlässt. Dazu sind Absolventen unterschiedlicher Studienrichtungen als Fellow zwei Jahre an Brennpunktschulen im Einsatz.

Louisa du bist Fellow. Was genau sind deine Aufgaben?
Ich arbeite mit Jugendlichen einer Werkrealschule, die bald ihren Abschluss machen und sich damit befassen, wie es nach der Schule für sie weitergeht. Dabei unterstütze ich beispielsweise den Regelunterricht mit Kleingruppenarbeit, um Lehrkräfte zu entlasten und die Jugendlichen besser zu betreuen. Zudem biete ich eine Digital-AG an, setze ein Konzept zur Berufsorientierung und Prüfungsvorbereitung um und führe regelmäßig Einzelgespräche mit den Jugendlichen.

Warum hast du dich dazu entschieden, Fellow zu werden?
Während meiner Bewerbung war ich in den letzten Zügen meines Masterstudiums. Ich habe mich gefragt, wofür ich meine Energie tagtäglich einsetzen möchte. In meinem Leben hatte ich sehr viel Glück. Meine Eltern haben mich immer unterstützt und sehr hart gearbeitet, um meiner Schwester und mir alle Türen zu öffnen. Die Idee, Jugendlichen zu helfen, die kein solches solides Umfeld haben, hat mich sofort begeistert.

Wie bist du Fellow geworden?
Die ersten beiden Etappen des Auswahlverfahrens fanden online statt. Dann wurde ich zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen. Danach habe ich die Zusage bekommen. Kurz darauf hat mir Teach First Deutschland eine passende Schule vorgeschlagen, an der ich meinen Einsatz nach einem Kennenlerngespräch und einer dreimonatigen Qualifizierung begonnen habe.

Wie qualifiziert und begleitet Teach First Deutschland Fellows während des Schuleinsatzes?
Ein detaillierter Onlinekurs und eine vierwöchige Präsenzschulung wappnen uns für den Einsatz. Während des Einsatzes wird die fachliche Weiterbildung durch weitere Schulungen vertieft, die an die Bedürfnisse der Fellows angepasst ist. Die persönliche Entwicklung in den beiden Einsatzjahren wird zusätzlich durch Unterrichtsbesuche sowie Einzel- und Gruppengespräche gefördert. Außerdem helfen wir uns im Fellownetzwerk, mit aktuell 242 Personen, gegenseitig.

Erzähl uns von deinem bisher bewegensten Moment.
Mein bisher prägendster Tag war ein Montag nach einer Krankheitswoche. Mehrere Schüler kamen im Laufe des Vormittags aufgeregt auf mich zu und erzählten mir, dass sie in meiner Abwesenheit mehrmals versucht hätten, mich zu erreichen. Sie baten um Unterstützung in Bewerbungsfragen oder wollten wissen, wann die angekündigte Sprach-AG und der Prüfungsvorbereitungskurs starten würden. Da wurde mir bewusst, dass ihnen mein Einsatz etwas bedeutet - und das ist mir das Wichtigste.

Louisa, was nimmst du aus deinem Einsatz für deine weitere Karriere mit?
Abgesehen von der persönlichen Entwicklung, gibt mir die Arbeit mit Teach First Deutschland Hoffnung auf eine Welt, in der der Mensch im Vordergrund steht. Eine Welt, in der wirtschaftliche Erfolge nicht daran gemessen werden, wie viel Wert sie für das eigene Unternehmen schaffen, sondern daran, wie vielen Menschen sie helfen. Mein Einsatz bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass das nicht nur ein wünschenswertes Ziel ist, sondern etwas, dass wir tagtäglich leben können.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der sich überlegt, Fellow zu werden?
Sei offen für Überraschungen! Auch wenn dein Studium dich nicht auf direktem Weg an eine Schule führt, lass‘ deine Neugier deine Skepsis überwinden. Die Erfahrungen, die du in deinem Einsatz machen wirst, werden dein Leben bereichern und prägen.

GUT ZU WISSEN... 

  • Voraussetzung: Hochschulabschluss

  • Leadershipprogramm: Fort- und Weiterbildung während der Fellowzeit, Mentoren und Coaches

  • Starkes Netzwerk: Über 500 Alumni arbeiten in Politik, Wirtschaft und dem Non-Profit-Sektor

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