BERUFSBILD: SCRUM MASTER (M/W/D)

Interview Headerbild zum Berufsbild Scrum Master

WAS MACHT EIGENTLICH EIN SCRUM MASTER?

Scrum  – meisterhafte Agilität

In immer größer werdenden Software-Developer-Teams ist Struktur unabdingbar. Ein besonders beliebter agiler Prozess für Softwareentwicklung und Projektmanagement ist der so genannte Scrum, bei dem durch klare Rollenverteilung sichergestellt wird, dass alle aktuell anstehenden Aufgaben in den unterschiedlichen Teams reibungslos funktionieren. Der Scrum Master sorgt hier für die nötige Koordination und Ordnung im dynamischen Prozess, achtet darauf, dass Regeln befolgt werden und hält dem Team den Rücken frei. Als Coach, Mentor und Vermittler ist er eine Schnittstelle im Prozessmanagement, auf die kein Digitalunternehmen verzichten kann.
Sacha Storz ist Scrum Master bei Tech Division und berichtet im Interview "Meet Experts". Scrum Master ist ein neues Berufsbild im IT-Bereich.

Sacha Storz, Scrum Master

Sacha Storz, Scrum Master

„Beim agilen Vorgehen
geht es darum, dass
man Änderungen
akzeptiert.“

TechDivision GmbH
Spinnereiinsel 3a
83059 Kolbermoor

Herr Storz was bedeutet „Scrum“?
Scrum ist ein Framework für die Produktentwicklung in komplexen Settings. Es ist vor allem, aber nicht nur, in der IT zuhause. Der Begriff kommt aus dem Rugby, er soll beschreiben, wie ein Team mit gemeinsamer Kraft „am Ball“ bleibt. Scrum steht heutzutage fast schon stellvertretend für die agilen Ansätze in der Softwareentwicklung, weil Scrum der am weitesten verbreitete Ansatz ist. Beim agilen Vorgehen geht es darum, dass man Änderungen akzeptiert, sie sind einfach unvermeidlich, gerade heute, in unserer schnelllebigen Zeit. Also braucht man ein Framework, das nicht stur einen Plan verfolgt, sondern auf Veränderungen eingestellt ist und reagieren kann.

Wie wird Scrum umgesetzt?
Im Scrum ist das Team zentral. Ein Scrum Team besteht aus fünf bis neun Personen und es gibt im Team drei Rollen: Entwickler, einen Product Owner und einen Scrum Master. Der Product Owner ist für die Produktvision zuständig, für das Priorisieren der Arbeiten, für den Return on Investment bei der Entwicklung.

Was sind die Aufgaben des Scrum Masters?
Der Scrum Master ist für den Prozess zuständig. Er ist sozusagen der Experte, der den anderen hilft, Scrum zu lernen und erfolg reich einzusetzen. Vor allem ist er als Team Coach auch dafür zuständig, die Prozesse immer weiter zu optimieren. Man nennt das Kaizen, kontinuierliche Verbesserung, ein Begriff aus dem japanischen Lean. Er muss sich gut mit agilen Prozessen auskennen und gut mit Menschen, weil er helfen soll, dass die Leute ihre Prozesse und ihre Teamarbeit ständig verbessern.

Gibt es pro Team einen Scrum Master oder betreut ein Scrum Master viele Teams?
Am besten sollte ein Scrum Master fest zu einem Team gehören. Die Praxis zeigt aber, dass das aus ökonomischen Gründen oft nicht möglich ist. Ich persönlich denke, ein Scrum Master sollte nicht mehr als zwei Teams betreuen. Als Team Coach muss er in ständigem engen Kontakt zu den Leuten seines Teams stehen. Das geht mit zwei Teams auch noch, aber dann wird es schwierig.

Wie wird man Scrum Master?
Es gibt zwei Institutionen, die eine Scrum- Master-Zertifizierung anbieten: Die Scrum Alliance und scrum.org, das ist die Plattform eines der beiden Scrum-Begründer Ken Schwaber. Ich denke, als Scrum Master sollte man einiges an Sozialkompetenz mitbringen und ein großes Interesse anderen zu helfen – eine Leidenschaft für Teamwork. Vor allem heißt Scrum Master zu sein, immer weiter zu lernen, Erfahrungen zu sammeln, sich selber zu entwickeln gemeinsam mit dem Team. Scrum Master ist genau wie Kaizen eine Reise, die nie zu Ende ist. Die Zertifizierung ist sozusagen erst der Anfang, die Eintrittskarte. 

Worauf achten Sie intern bei der Wahl eines Scrum Masters?
Wie gesagt, vor allem auf Sozialkompetenz und auf Lernbereitschaft. Selbstbewusstsein ist auch wichtig, ein Scrum Master muss auch die schmerzhaften Fragen stellen, den Finger in die Wunde legen, das kann man nicht, wenn man immer auf Kuschelkurs und Harmonie aus ist. Wichtig ist auch, glaube ich, dass der- oder diejenige wirklich den Weg „Scrum Master“ gehen will. Scrum ist auch ein Wertesystem, es wirkt im Erfolgsfall kulturverändernd. Das muss man wirklich wollen, es ist kein Job, den man mal ein halbes Jahr zwischendurch macht. Das bringt dann nichts, glaube ich. Wenn man es aber durchzieht, ist Scrum Master eine extrem interessante, vielseitige und befriedigende Rolle.

GUT ZU WISSEN... 

Warum Scrum?
Agile Ansätze wie Scrum haben ein Ziel: Früher und öfter bessere Ergebnisse. Weil man davon ausgeht, dass schnelle Anpassungsfähigkeit und empirisches Vorgehen große Vorteile darstellen, vor allem in komplexen Problemlagen und schnellen, globalen, unberechenbaren Zeiten/Märkten wie heute. Wer mehrjährige „Dinosaurierprojekte“ realisiert, wird eventuell von schnelleren (agileren) Konkurrenten rechts überholt. Wer mehrjährige Projekte auf sich nimmt, ohne früh und immer wieder zu prüfen, ob Stoßrichtung, Grundprämisse und Wertschöpfungsansatz noch stimmen, wird vielleicht feststellen, dass er mit viel Geld etwas geschaffen hat, was sich leider zu spät als das Falsche herausstellt. 

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