BERUFSBILD: GESUNDHEITS- UND KRANKENPFLEGER (M/W/D)

Interview über den Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger

"PFLEGE ERLEBEN, PRAKTIZIEREN UND VONEINANDER LERNEN."

Vertrauensperson und große Hilfe - Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d)

Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d) werden umgangssprachlich auch Krankenpfleger und Krankenschwester genannt. Vielleicht wurdest du selbst schon mal im Krankenhaus betreut oder hast Familienmitglieder oder Bekannte dort besucht. Ohne Krankenpfleger und Krankenschwestern ist der Krankenhausbetrieb unvorstellbar. Sie vermitteln zwischen Arzt und Patient, versorgen und betreuen Hilfebedürftige, assistieren bei Untersuchungen und Therapien und übernehmen Verwaltungsaufgaben in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Altenheimen. Gesundheits- und Krankenpfleger sind die ersten Ansprechpartner für Patienten. 
Walter Heinrich, Schulleiter an der Krankenpflegeschule "KJF Klinik Sankt Elisabeth", erzählt im Interview "MEET EXPERTS" über die Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspflegers und Krankenpflegers (m/w/d).

Walter Heinrich, Schulleiter an der Krankenpflegeschule

Walter Heinrich

"Wir sind ein wichtiger Ansprechpartner für Menschen in schwierigen Situationen."

Berufsfachschulen für Krankenpflege und Kinderkrankenpflege
der KJF Klinik St. Elisabeth

Müller-Gnadenegg-Weg 4
                    86633 Neuburg          

Was macht ein Gesundheitspfleger und Krankenpfleger? 
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da das Aufgabengebiet sehr vielseitig und umfangreich ist. Aufgaben sind u.a. den Bedarf an Pflege festzustellen, zu planen, durchzuführen und zu evaluieren. Eine wesentliche Tätigkeit ist die Beratung und Schulung der Patienten und deren Angehörigen. Wir sind ein wichtiger Ansprechpartner für Menschen in schwierigen Situationen.

Stimmt es, dass die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d) den höchsten Theorieanteil aller Ausbildungsberufe besitzt?
 Ich kann nicht sagen, dass es der höchste Theorieanteil aller Ausbildungsberufe ist. Aber die theoretische Ausbildung ist mit 2.100 Std. in den drei Jahren sehr umfangreich. 

Darf man als Azubi gleich in den praktischen Einsatz? 
An unserer Schule ist die Ausbildung so gestaltet, dass man zuerst acht Wochen Unterricht hat bevor man in den praktischen Einsatz in die Klinik geht. Im Unterricht bereiten wir hier die Schüler auf kommende Aufgaben wie z.B. Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle vor. 

Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d) ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Lernt man auch in der Ausbildung, damit umzugehen? 
Ja natürlich. Dies ist uns sehr wichtig und es wird regelmäßig im Unterricht thematisiert. In diesem Zusammenhang führen wir kontinuierlich Feedbackgespräche mit den Schülern und besuchen sie in der Praxis. Während der praktischen Ausbildung werden die Auszubildenden von Praxisanleitern, das sind pädagogisch weitergebildete Pflegekräfte, begleitet und angeleitet.

Welche Bereiche lernt man kennen? 
Hauptschwerpunkte sind die Fachrichtungen Innere Medizin und Chirurgie. Weitere Bereiche sind die Geburtshilfe und Gynäkologie sowie Pädiatrie usw. Wir setzen unsere Schüler im Laufe der Ausbildung auch im OP und der Intensivstation ein. 

Gibt es Aufnahmevoraussetzungen, um den Beruf erlernen zu können? 
Ja, auch diese sind gesetzlich geregelt. Als schulische Qualifikation benötigt man den mittleren Schulabschluss. Wobei man sich auch beruflich qualifizieren kann z.B. als Pflegefachhelfer.

Welche Schulfächer und Stärken sind besonders wichtig? 
Als wesentliche Stärke benötigen die Auszubildenden ein empathisches Verhalten. Weiterhin sollen sie sehr reflektiert und zuverlässig sein. Das Unterrichtsfach Deutsch ist wichtig, denn es muss viel dokumentiert werden.

Ist es möglich an der KJF Klinik Sankt Elisabeth einen Tag in der Pflege auszuprobieren? 
Wir bieten Berufsfindungspraktika von einer Woche an. Die Organisation läuft über die Krankenpflegeschule.

Ist das heutzutage immer noch vorwiegend ein Frauenberuf? 
Ja, nur ca. 20% der Auszubildenden sind männlich.

Wie würden Sie den Beruf mit einem Satz beschreiben? 
Krankenpflege ist unheimlich spannend, vielseitig, herausfordernd und kann sehr viel Spaß machen.

Was raten Sie, wenn man den Berufsweg einschlagen möchte? I
Ich finde, dass eine qualifizierte Ausbildung die Grundlage für alles weitere ist. Durch den Einblick in viele Einsatzbereiche und Aufgaben können eigene Stärken und Interessen festgestellt werden. Dann sollte man sich klar werden, ob man eher eine Fach- oder Leitungskarriere einschlagen will. Beide Wege sind über ein Studium bzw. über Weiterbildungen möglich.

Ist Pflege ein Beruf mit Karrieremöglichkeiten? 
Ja auf jeden Fall. Ich behaupte, dass man mit dieser Ausbildung den Markt der Möglichkeiten betritt. Es gibt unwahrscheinlich viele Möglichkeiten sich Fort- und Weiterzubilden. Beispielsweise als Stationsleitung oder Wundmanagement. Ebenso kann man sich mit einem privaten Pflegedienst selbstständig machen. Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Pflegestudiengänge (Pflegepädagogik, Pflegemanagement und Pflegewissenschaft). Sehen Sie mich an. Ich habe als Krankenpfleger begonnen und jetzt bin ich Schulleiter.

Warum nicht gleich ein Medizinstudium? 
Gegenfrage: Warum nicht gleich ein Pflegestudium? Pflege ist ein wichtiger Beruf und besteht eigenständig neben der Medizin. In der Praxis findet eine enge Zusammenarbeit beider Berufsgruppen statt.

Was möchten Sie Ihren Schülern (m/w/d) mitgeben? 
Die Schüler (m/w/d) sollen nach der Ausbildung selbstbewusst und kritisch sein und den Beruf der Pflege als wichtigen Beitrag für die Gesellschaft verstehen und vertreten.  

GUT ZU WISSEN... 

  • Aufgaben sind u.a. den Bedarf an Pflege festzustellen, zu planen, durchzuführen und zu evaluieren.

  • Als schulische Qualifikation benötigt man den mittleren Schulabschluss.

  • Es gibt unwahrscheinlich viele Möglichkeiten sich Fort- und Weiterzubilden. Beispielsweise als Stationsleitung oder Wundmanagement.

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