BERUFSBILD: GLEISBAUER (M/W/D)

Interview Headerbild zum Berufsbild Gleisbauer

MEHR ALS NUR WEICHEN STELLEN

Was machen eigentlich Gleisbauer (m/w/d)?

Mit dem Bus zur Schule, mit der S-Bahn in die nächste Stadt, mit dem Zug die Verwandten besuchen oder zum Konzert der Lieblingsband. Schiene und Gleise verbinden. Vor allem diejenigen, die kein Auto besitzen und sonst nichts vom Fleck kommen. Gleisbauer (m/w/d) sind für den Bau, die Wartung und Erneuerung von Schienennetzen verantwortlich und übernehmen damit wichtige Aufgaben im Schienenverkehr. Ohne fachkundige Gleisbauer (m/w/d) wäre beispielsweise ein einwandfreier Bahnverkehr undenkbar. Mit handwerklichem Können und cleveren Ideen meistern sie auf Baustellen am Gleis diverse Herausforderungen.Frank Fuhrmann, Bauleiter in der Niederlassung Buchloe der Unternehmensgruppe Spitzke und Auszubildender Tizian Winter im Interview "MEET EXPERTS" über den Beruf eines Gleisbauers (m/w/d). 

Tizian Winter, Auszubildender als Gleisbauer

Tizian Winter, Auszubildender bei der Spitzke SE

„GleisbauerInnen (m/w/d) sind sehr gute Verdiener“

Spitzke SE - Niederlassung Buchloe
Schwabenstraße 1
86807 Buchloe

Herr Fuhrmann, was machen eigentlich Gleisbauer/-innen (m/w/d)?
In erster Linie bauen wir natürlich Gleise und Weichen für den Nah- und Fernverkehr, welche wir entweder erneuern oder neu verlegen. Gleise und Weichen kann man, wie es jeder kennt, im Schotter bauen oder als Feste Fahrbahn. Eine Feste Fahrbahn ähnelt dem Aufbau von Betonstraßen. Auf diesen Unterbau wird auf einer Tragplatte aus Beton (oder Asphalt) der Gleisrost aus Schienen und Schwellen aufgelegt und anschließend verbunden. Da alle diese Bauteile relativ schwer sind, besteht der überwiegende Teil der Tätigkeiten aus maschineller Arbeit. Wir erstellen und halten auch alle Anlagen instand, die rings um die Gleise zu finden sind, wie Bahnübergänge, Bahnsteige, Entwässerungsanlagen, Brücken, Hilfsbrücken usw. Natürlich gibt es auch in unserem Beruf Spezialisierungen z. B. als Schweißer, Baggerfahrer oder Maschinist auf Gleisbaumaschinen. Gleisbaumaschinen sind unter anderem Kräne, Stopf-, Schotterplanier-, Bettungsreinigungs-, Planumsverbesserungs- oder Schleifmaschinen.

Es geht also um wesentlich mehr, als nur um das Gleis selbst? 
Gleise, bzw. Weichen sind nur ein Teil unserer abwechslungsreichen Tätigkeit. Bis es zum Einbau der Gleise kommt, müssen die alten Anlagen erst ausgebaut werden, neue Tragschichten hergestellt und die neuen Komponenten unter Umständen vormontiert sein. Nach dem Einbau gilt es, die Gleise und Weichen zur Übergabe herzurichten. Dazu kommen Stopf- und Schotterplaniermaschinen zum Einsatz. Den Abschluss der Instandhaltungsmaßnahmen bilden meist Oberbauschweißer, auch eine Spezialisierung des Gleisbauers (m/w/d). 

"Es ist von Vorteil, wenn ein Azubi bei uns vorher ein Praktikum gemacht hat, das ist aber kein Muss."

FrankFuhrmann ist Industriemeister und seit 2014 in Buchloe als Bauleiter für die Unternehmensgruppe Spitzke tätig.

Frank Fuhrmann, Industriemeister


Wie sehen die Arbeitszeiten aus? Wird im Gleisbau geschichtet?
Da wir aus Sicherheitsgründen in unserem Beruf nur arbeiten können, wenn keine Züge fahren, der Bahnbetrieb aber Vorrang hat, müssen wir auch am Wochenende ran. Oder nachts, da sind nicht so viele Züge unterwegs. Dieser Aufwand wird natürlich vergütet und macht den Gleisbauer (m/w/d) zu einem sehr guten Verdiener. Der Gleisbau ist irgendwie auch Saisonarbeit, die Hauptbausaison geht vom Frühjahr bis zum Herbst. Der Winter wird zur Aus- und Weiterbildung genutzt, sind doch die Karrierechancen in diesem Beruf außerordentlich gut. Man kann es bis zum Polier oder Meister bringen.

Herr Winter, Sie haben 2015 Ihre Ausbildung begonnen. Wie lange dauert diese?
Der Beruf des Gleisbauers erfolgt in einer Stufenausbildung. Das heißt, in der ersten Stufe erlernt man in 24 Monaten den Ausbildungsberuf des Tiefbaufacharbeiters. Weitere 12 Monate benötigt man dann, um den Ausbildungsberuf des Gleisbauers zu erlernen. Das sind zusammen 36 Monate Ausbildung, die man in den meisten Fällen bei anderen Berufen auch benötigt.

Und wann geht es in die Berufsschule?
Mit der Berufsschule geht es gleich im ersten Lehrjahr los. Der Unterricht wird wochenweise in Blöcken durchgeführt und zieht sich durch die gesamte Ausbildungszeit. Ergänzend gibt es eine überbetriebliche Ausbildung in den Ausbildungszentren.

GUT ZU WISSEN... 

  • Der Beruf Gleisbauer (m/w/d) umfasst weit mehr, als das Verlegen von Schwellen und Schienen. Die Instandsetzung von Brücken, Tunneln und Unterführungen gehören ebenso dazu, wie die Vegetationspflege. Gleisbauer-/innen richten Baustellen ein, stellen Dämme und Entwässerungsgraben her, bauen Gleisanlagen ein und warten diese. 

  • Mindestanforderung: Hauptschulabschluss

  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre

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