BERUFSBILD: FACHKRAFT FÜR ROHR-, KANAL- UND INDUSTRIESERVICE (M/W/D)

Interview zum Berufsbild Fachkraft für Rohr, Kanal, Industrieservice

VOLLER EINSATZ FÜR UMWELT UND LEBENSQUALITÄT

Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice – eine Berufsgruppe, die ein breites Aufgabenspektrum abdeckt.

Rund 97 Prozent der deutschen Bevölkerung ist an die öffentliche Kanalisation angeschlossen.  Das Kanalnetz wird tagein, tagaus stark beansprucht und muss für eine zuverlässige Funktionstüchtigkeit entsprechend gewartet und saniert werden. Hier kommen die Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice ins Spiel. Mit modernster Technik sorgen sie dafür, dass Kanäle, Schächte und Anschlüsse stets intakt sind. 
Herr Markus Vinnemeier, geprüfter Abwassermeister und Herr Patrik Malekovic, Fachkraft für  Rohr-, Kanal- und Industrieservice (hat 2017 erfolgreich seine Ausbildung abgeschlossen). Sie arbeiten beide bei der Stadtentwässerung der Landeshauptstadt Stuttgart und berichten über die Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. 

Welche Aufgaben erledigt man in diesem Beruf?
Vinnemeier: Unsere Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass das durch vielfältige „Verbraucher“ benutzte Wasser sicher und ohne die Umwelt zu belasten an eine Abwasserreinigungs- oder eine Regenwasser-behandlungsanlage gelangt. Dazu gehören neben der Inspektion auch die Reinigung und eventuell die Reparatur bzw. Sanierung von Grundstücks-entwässerungen und abwassertechnischen Anlagen.

Malekovic: Bei diesen verschiedensten Aufgaben kommen dann unter anderem modernste Technik wie die Linertechnik, Hightech-Robotertechnik, Kameras oder Hochdruckpumpen zum Einsatz. Generell gibt es für jede Aufgabe eine entsprechende Technik, um diese Arbeit zu erledigen. 

Markus Vinnemeier

Markus Vinnemeier, geprüfter Abwassermeister

Patrik Malekovic

Patrik Malekovic, Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice

"Generell gibt es für jede Aufgabe eine entsprechende Technik, um diese Arbeit zu erledigen."

Tiefbauamt der Landeshauptstadt Stuttgart/
Eigenbetrieb Stadtentwässerung

Hohe Str. 25 | 70176 Stuttgart | 

Das Besondere an dem Beruf ist... 
Malekovic: Die Abwechslung! Man fährt jeden Tag woanders hin. Dabei gibt es viel zu entdecken und immer neue Situationen, auf die man sich einstellen muss. Auch bin ich stolz darauf, etwas für die Gesellschaft zu tun, in dem ich für einen reibungslosen Ablauf sorge. Stellen Sie sich vor, das Abwasser würde nicht abgeleitet und gereinigt werden.... 

Welche Voraussetzungen sollten Bewerber erfüllen? 
Vinnemeier: Es gibt keine bestimmten Voraussetzungen. Jedoch wären gute Noten im naturwissenschaftlichen Fächern vom Vorteil, denn in der Berufsschule geht es verstärkt in die Tiefe der naturwissenschaftlichen Fächer wie Chemie, Physik, Biologie und Technik. Als künftiger Auszubildender sollte man auch gerne im Freien arbeiten wollen, bei guter körperlicher Gesundheit sein und Spaß im Umgang mit der eingesetzten Technik hab 


"Es gibt viel zu entdecken und immer neue Situationen, auf die man sich einstellen muss."


Welche Schwerpunkte werden in der Ausbildung gesetzt? 
Vinnemeier: Das ist etwas abhängig vom Ausbildungsbetrieb und dessen „Kerngeschäft“. Bei kommunalen Arbeitgebern stehen die Inspektion und Reinigung der abwassertechnischen Anlagen und Kanäle im Vordergrund. Bei privaten Fachfirmen eher die Grundstücksentwässerungsanlage oder die Industrieanlage inklusive Reparatur- und Sanierungsverfahren. Auch das Entsorgen von Sondermüll oder Reinigen chemischer Behälter gehört dazu. Innerhalb der Ausbildung werden aber alle Themen durchgenommen, so dass man auch an überbetrieblichen Praktika teilnimmt.

Malekovic: Ganz klar Arbeitssicherheit aber auch Verfahrenstechnik. Es gibt vielfältige Ein- und Unterweisungen zum Thema Arbeitsschutz. Dazu gehört zum Beispiel die Hygiene, der Umgang mit gefährlichen Gasen oder dem Kanaleinstieg. Aber auch der Einsatz und Umgang mit den unter-schiedlichen Maschinen und Arbeitsgeräten muss erlernt und geübt werden.

Arbeitet man viel im Freien?
Malekovic: Ein Großteil ja. Ich würde sagen, zu 90 % ist man im Freien tätig, und nur zu ca. 10% im häuslichen Bereich.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? 
Vinnemeier: Arbeitsbeginn ist um 6.30 Uhr. Es erfolgt eine morgendliche Besprechung und Übergabe der Arbeitsaufträge. Dadurch, dass die örtlichen Gegebenheiten immer wechseln, ist es zwingend nötig, sich die entsprechenden Pläne anzuschauen. Auf der Baustelle vor Ort gibt es allerdings keinen typischen Alltag, da man immer flexibel auf die Gegebenheiten achten muss. Manchmal gibt es auch spezielle Wünsche oder Anforderungen von Auftraggebern, Ingenieurbüros oder Bürgern, auf die zu achten sind. 

Die regelmäßige Inspektion der Kanäle ist gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt also auch in Zukunft immer etwas zu tun, richtig?
Malekovic: Durch die Eigenkontrollverordnung wird jede Kanalhaltung im 10 jährigen Rhythmus inspiziert. Auch durch Neubauten, Sanierungen und sonstige große Projekte wird die Arbeit nie ausgehen.

Vinnemeier: Dazu kommen noch die Kamerabefahrungen vor und nach Sanierungsmaßnahmen sowie Gewährleistungs-, Stör- und Sondereinsätze. Auch die Einhaltung der Vorgaben zur regelmäßigen Kontrolle an Becken und Pumpwerken sowie Regenüberläufen gehören zu unseren Aufgaben. Durch den anhaltenden Sanierungsverzug bei öffentlichen Kanälen wird es zudem auch künftig noch viel Arbeit geben.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? 
Vinnemeier: Während bzw. nach der Ausbildung gibt es die Möglichkeit sich im breiten Bereich der Rohr- Kanal und Industrietechnik zu spezialisieren. Durch eigens dafür vorbereitete Kurse ist zum Beispiel eine Weiterentwicklung zum zertifizierter Kanal- Inspekteur, Reiniger, Dichtheitsprüfer oder Sanierer möglich. Aufstiegsweiterbildungen wären die Meisteroder Technikerausbildung. Und nach Erwerb eines Hochschulabschlusses ist auch ein Studium in Richtung Umwelttechnik möglich. Auch einer Existenzgründung steht nichts im Wege.

Bieten Sie auch Praktika an? 
Vinnemeier:
Ja allerdings können nach vorheriger Absprache kapazitätsbedingt nur ein bis zwei Personen pro Monat ein einwöchiges Praktikum absolvieren. 

GUT ZU WISSEN... 

  • Die Aufgabe der Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice (m/w/d) ist dafür zu sorgen, dass das durch vielfältige „Verbraucher“ benutzte Wasser sicher und ohne die Umwelt zu belasten an eine Abwasserreinigungs- oder eine Regenwasser-behandlungsanlage gelangt.

  • Bei verschiedensten Aufgaben kommen dann unter anderem modernste Technik wie die Linertechnik, Hightech-Robotertechnik, Kameras oder Hochdruckpumpen zum Einsatz.

  • Durch die Eigenkontrollverordnung wird jede Kanalhaltung im 10 jährigen Rhythmus inspiziert. Auch durch Neubauten, Sanierungen und sonstige große Projekte wird die Arbeit nie ausgehen.

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