BERUFSBILD: FACHINFORMATIKER (M/W/D)

Interview über den Beruf Fachinformatiker

IT-ANWENDUNGSENTWICKLUNG & IT-SYSTEMINTEGRATION:  WO LIEGT DER UNTERSCHIED?

Schwerpunkte des Berufsbildes: Fachinformatiker (m/w/d)

Jens Fissahn, Teamleiter Systemintegration (Bild links) und Andreas Filla, Teamleiter Anwendungsentwicklung (Bild rechts) bei Erhardt Markisenbau GmbH über die Ausbildung zum Fachinformatiker. Im Interview erzählen sie über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fachrichtungen Anwendungsentwicklung und Systemintegration.
Am Hauptsitz Burtenbach, zwischen Ulm und Augsburg, entwickelt Erhardt Markisenbau mit rund 270 Mitarbeitern eine große Bandbreite an Lösungen für die Bereiche Sonnenschutz, Terrassenüberdachungen und Ganzglasschiebeanlagen für Terrasse, Garten oder Balkon.

Was verbirgt sich hinter dem Berufsbild Fachinformatiker (m/w/d) für Systemintegration und für Anwendungsentwicklung?

Andreas: Programmieren! Ob Webseiten, Online-Shops, Apps, Desktop-Programme oder Spiele. Ein Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung lernt die unterschiedlichsten Programmiersprachen und ist damit in der Lage Softwarelösungen jeglicher Art zu entwickeln. Genauso kann er sich in bestehende Softwarelösungen einarbeiten und diese nach Kunden- oder Unternehmenswunsch weiterentwickeln. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Entwickelt wird, was gebraucht wird.
Jens: Fachinformatiker für Systemintegration bedienen ein sehr breites Spektrum von Aufgaben. Das klassische Installieren und Einrichten von Systemen wie PCs und Servern gehört genauso dazu, wie das Einrichten von Betriebssystemen und Anwendungen, Konfigurieren und Einbauen von Netzwerkkomponenten oder die Inbetriebnahme von Handys oder Tablets. Grundsätzlich sind Fachinformatiker für Systemintegration für den reibungslosen Betrieb aller IT Systeme zuständig.

Andreas Filla und Jens Fissahn

Andreas Filla (li) und Jens Fissahn (re), Teamleiter 

Ein Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung lernt die unterschiedlichsten Programmiersprachen und ist damit in der Lage Softwarelösungen jeglicher Art zu entwickeln.

Erhardt Markisenbau GmbH
Feuerhausgasse 10
89349 Burtenbach

Wie sieht der Tagesablauf aus? 
Andreas: Das ist abhängig vom Einsatzort und Unternehmen. Typische Aufgaben sind aber die Weiter- und Neuentwicklung von Software und Anwendungen, die Unterstützung und Betreuung der User beim Einsatz der entwickelten Software, Hilfestellung beim Auftreten von Problemen sowie Beheben von Programmfehlern und die Dokumentation von Programmen und deren Funktionsweisen.
Jens: In unserem Fall werden täglich als erstes die verschiedenen LOG-Dateien der Server geprüft. Sind alle Backups sauber durchgelaufen, gibt es Auffälligkeiten an den Systemen, usw. Danach geht das Tagesgeschäft los – Anfragen von Benutzern beantworten, Weiterarbeiten an Projekten, Aussuchen und Bestellen von Ersatzteilen. Die Liste wäre hier fast endlos erweiterbar.

Gibt es viele Überschneidungen der beiden Berufsbilder im Alltag?
Jens: Auch hier gilt: Das ist vom Einsatzort und Unternehmen abhängig. Die Größe der IT Abteilung spielt hier auch eine Rolle. Normalerweise kommt es aber nur sehr selten zu Überschneidungen. Eine gewisse Grundkenntnis in beiden Bereichen ist aber stets von Vorteil und hilft in der Praxis sehr. Ansonsten arbeiten Anwendungsentwickler und Systemintegratoren oft Hand in Hand an gemeinsamen Aufgaben.

Wenn man sich für eine Informatikausbildung entscheidet, woher weiß ich welche der beiden Richtungen am ehesten zu mir passt?
Andreas: Normalerweise kristallisiert sich schon vor der Entscheidung heraus, welcher Zweig der Fachinformatik als Ausbildung in Frage kommt. Sehr viele, die den Weg des Anwendungsentwicklers gehen wollen, beschäftigten sich bereits in ihrer Freizeit mit der Programmierung, z. B. mit der Erstellung einer eigenen Homepage oder App. Wer analytisch und kreativ an Probleme herangeht und Spaß daran hat eine Lösung dafür zu finden und zu entwickeln ist in der Ausbildung als Anwendungsentwickler bestens aufgehoben.
Jens: Dem kann ich mich nur anschließen. Wer zuhause schon mal einen PC zerlegt, repariert und installiert hat, ist schon auf einem guten Weg. In vielen Bereichen ist im Alltag auch handwerkliches Geschick gefragt. Ob bei der Reparatur von PCs und Druckern oder dem Einbau von Netzwerkkomponenten sollte man auf jeden Fall mit Werkzeug umgehen können. Beim Auf- oder Umbau von Arbeitsplätzen liegen wir auch schon mal unter dem Tisch und es wird durchaus auch mal schmutzig. Wer also einen Beruf mit Anzug und Krawatte erwartet, ist hier falsch.

Grundsätzlich sind Fachinformatiker (m/w/d) für Systemintegration für den reibungslosen Betrieb aller IT Systeme zuständig.


Was ist das Besondere an den beiden Berufen?

Andreas: Für mich hat der Beruf des Anwendungsentwicklers diese besondere Mischung aus analytischer und strukturierter Arbeitsweise gepaart mit kreativem Schaffen. Das macht Spaß, sorgt für Abwechslung und bringt einen dazu immer etwas Neues dazu zu lernen.
Jens: Ich finde das sehr breite Spektrum an Aufgaben besonders spannend, dadurch wird es eigentlich nie langweilig.

Sollte man vorher ein Praktikum absolvieren?
Andreas: Das empfehlen wir auf jeden Fall. Sich über einen Ausbildungsberuf einzulesen und zu informieren ist wichtig, aber ein Praktikum zeigt auf die schnellste Art und Weise, wie der Arbeitsalltag aussieht und ob dies mit meinen eigenen Vorstellungen zusammenpasst.

Ohne was geht es nicht in dem Job?
Andreas: Computer. Neugier. Lernbereitschaft.
Jens: Ständige Bereitschaft Neues zu lernen. Die Entwicklung bleibt nie stehen und was heute aktuell ist, ist in einem Jahr überholt. Für den einen ist das frustrierend, für den anderen genau das Spannende am Beruf.

Wie kann es nach der Ausbildung weitergehen?
Andreas: Je nach Unternehmen gibt es die Möglichkeit bei beiden Schwerpunkten sich für bestimmte Gebiete und Teilbereiche innerhalb der IT Abteilung zu spezialisieren und weiterzubilden, vor allem, da die Systeme meist immer komplexer werden, z. B. eine bestimmte Programmiersprache, eine bestimmte Datenbank, oder Bereiche wie Business Intelligence und ERP-Systeme. Es gibt einen großen Pool an interessanten Themen, die darauf warten entdeckt zu werden.

GUT ZU WISSEN

  • Fachinformatiker (m/w/d) für Anwendungsentwicklung lernt unterschiedliche Programmiersprachen für Software-lösungen; Fachinformatiker (m/w/d) für Systemintegration lernt die Funktionen von Hardware-Systemen
  • Bereitschaft Neues zu lernen ist unabdingbar, da die Entwicklung nie stehen bleibt
  • Da die IT-Entwicklungen immer komplexer werden, macht es Sinn nach der Ausbildung sich auf ein Gebiet/  System zu spezialisieren
  • In der Ausbildung erlernt man von beiden die jeweiligen Grundlagen. Später arbeiten Anwendungsentwickler und Systemintegratoren oft Hand in Hand an gemeinsamen Aufgaben

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