BERUFSBILD: ERZIEHER (M/W/D) MIT NEUER AUSBILDUNGSFORM

Interview zum Berufsbild Erzieher mit Modellversuch "OptiPrax"

OPTIPRAX: DIE NEUE TURBO AUSBILDUNG ZUM ERZIEHER (M/W/D)

Ziel und Ablauf der neuen Erzieherausbildung "OptiPrax"

Du möchtest einen Beruf erlernen der sinnstiftend und gesellschaftlich nützlich ist? Zudem willst du etwas
bewegen und liebst Kinder? Da bist du in der Kinderpädagogik genau richtig, denn der Beruf des Erziehers punktet mit eben diesen Werten. Auch stehen die Chancen für angehende Erzieher (m/w/d) momentan besonders gut, denn mit der neuen Ausbildungsform „OptiPrax“ wird die Erzieherausbildung nun kürzer, attraktiver und lukrativer. Dr. Sigrid Christeiner, Direktorin und Timo Meister, Lehrer der Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern, erzählen im Interview "MEET EXPERTS" was hinter dem Modellversuch "OptiPrax" steckt, wie die neue Ausbildung zum Erzieher (m/w/d) abläuft und welche Ziele mit diesem Modellversuch verfolgt werden. 

Dr. Sigrid Christeiner, Direktorin und Timo Meister, Lehrer bei der Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern über die neue Erzieherausbildung OptiPrax

Dr. Sigrid Christeiner (links) und Timo Meister (rechts) über die neue Erzieherausbildung "OptiPrax"

"Durch drei unterschiedliche Varianten wird die Erzieherausbildung einem größeren Personenkreis ermöglicht."

Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern
Hüttengasse 2
86720 Nördlingen

Was steckt hinter dem Modellversuch „OptiPrax“?
Das Kürzel „OptiPrax“ steht für Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen. Diese neuartige, dual orientierte 3-jährige Ausbildungsform zum staatlich anerkannten Erzieher (m/w/d) wird im Rahmen eines Modellversuchs seit 2016/17 in Bayern angeboten. Sie orientiert sich am Lehrplan der klassischen Erzieherausbildung und wird in 3 Varianten für verschiedene Bewerbergruppen angeboten.

Beschreiben Sie bitte diese 3 Varianten.
Variante 1: Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss können nach einem 1-jährigen Vorkurs die 3-jährige OptiPrax-Ausbildung beginnen. Bewerber mit mittlerer Reife und abgeschlossener einschlägiger Berufsausbildung werden direkt zugelassen.
Variante 2: (Fach-) Abiturienten, die ein 6-wöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung nachweisen können, erfüllen ebenfalls die Voraussetzungen für die OptiPrax-Ausbildung.
Variante 3: Quereinsteiger, die eine fachfremde Berufsausbildung vorweisen können, bilden die dritte Bewerbergruppe.

Und welche Ziele werden damit verfolgt?
Durch die unterschiedlichen Varianten wird die Erzieherausbildung einem größeren Personenkreis ermöglicht. So sollen neue Bewerbergruppen für diesen Beruf gewonnen werden. Wir sehen in „Optiprax“ ein Erfolgsmodell für Bewerber, unsere Fachakademie und unsere Gesellschaft, weil es so gelingt dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Welche Vorteile bietet diese neue Ausbildungsstruktur?
Die interessante, niveauvolle, theorie- und praxisbezogene Ausbildung wird zum einen attraktiv entlohnt. Zum anderen kann die Ausbildungsdauer von 4 auf 3 Jahre verkürzt werden. Zudem ergibt sich die Chance im Anschluss berufsbegleitend einen Bachelor- oder Master-Studiengang zu absolvieren, um später eine Leitungsposition zu übernehmen oder an einer Fachakademie als Lehrkraft zu unterrichten.

Definieren Sie die Personengruppen, an die sich „OptiPrax“ richtet.
Wir richten unser Angebot an Berufstätige mit (Fach-) Abitur, die sich beruflich umorientieren wollen, Studienabbrecher, unzufriedene Studenten, Studierende mit mangelnder Berufsperspektive, (Fach-) Abiturienten kurz vor dem Abschluss und Menschen mit Abitur, die sich beruflich noch nicht festgelegt haben. Angehende Erzieher (m/w/d) sollten zudem viel Verantwortunsbewusstsein, Geduld, Belastbarkeit, Flexibilität, Neugierde und Authentizität mitbringen. Aber auch der Wille sich mit Fortbildungen weiter zu entwickeln sowie die Offenheit für die Ideen der Kinder, der humorvolle Umgang mit Pannen und die kompetente Klärung von Konflikten ist hilfreich.

Beschreiben Sie die Struktur der Ausbildung.
Unsere Auszubildenden besuchen an zwei Wochentagen den theoretischen Unterricht an der FakS und erproben ihre Handlungskompetenzen an den restlichen drei Tagen in ihrer Praxisstelle. Somit sind sie sowohl Studierende einer Fachakademie für Sozialpädagogik als auch Auszubildende mit konkreten Praxiserfahrungen, beispielsweise in der Kinderkrippe, im Kindergarten und Hort oder in sonderpädagogischen Einrichtungen. Innerhalb der 3-jährigen, generalistischen Ausbildung, sollen die angehenden Erzieher (m/w/d) mindestens 3 Tätigkeitsfelder kennenlernen und die Handlungskompetenzen vor Ort erproben. Zudem sollen sie für zwei Wochen an einer Schule hospitieren.

Welche theoretischen und praktischen Lerninhalte werden vermittelt?
Die theoriebezogene Ausbildung erfolgt in stärker wissenschaftsorientierten Fächern, wie Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Heilpädagogik, Literatur- und Medienpädagogik sowie Naturwissenschaft und Gesundheitspädagogik. Einen breiten Raum nehmen auch die kreativ-musisch-sportlichen Fächer ein. Für die Erprobung von Handlungskompetenzen ist das Fach Praxis- und Methodenlehre grundlegend, ebenso das Angebot der kollegialen Beratung, in dem Fragen aus der Praxis fallbezogen besprochen werden können oder ausgewählte Übungen, wie zum Beispiel Frühpädagogik.

GUT ZU WISSEN... 

  • Nach 3-jähriger Ausbildung besteht die Möglichkeit auf ein verkürztes Studium

  • Die attraktive Entlohnung während der Ausbildung gibt einen ersten sicheren Rahmen

  • Die generalistische Ausbildung ermöglicht den späteren Wechsel zwischen verschiedenen beruflichen Tätigkeiten (z.B. von der Krippe in den Hort oder ins Heim) 

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