BERUFSBILD: ELEKTRONIKER UND ELEKTROTECHNIKER (M/W/D)

Interview über den Unterschied zwischen Elektroniker und Elektrotechniker

ELEKTRISIERENDE BERUFSBILDER

Elektroniker und Elektrotechniker im Vergleich (m/w/d)

Auf "elektronischen Berufe" kommt in den nächsten Jahren definitiv einiges zu. Denn die Anzahl der technischen Anwendungen, die wir in unserem Alltag benutzen, nehmen kontinuierlich zu. Im Prinzip gibt es keinen Lebensbereich mehr, der ohne Technik auskommt. Jeder nutzt heute ganz selbstverständlich TV, Smartphone, Tablet, Computer. Und das ist nur der geringste Teil der Technik, die uns überall begegnet. 
Melanie Pentz, Projektantin für Mittel- und Niederspannung bei der LEW Verteilnetz GmbH berichtet im Interview "MEET EXPERTS" über über ihre Ausbildung zur Elektronikerin und Teilzeit-Weiterbildung zur Elektrotechnikerin.

Melanie Pentz spricht über den Unterschied zwischen Elektronikern und Elektrotechnikern

Melanie Pentz

"Der Ausbildungsplan ist von vorne bis hinten durchdacht und man bekommt überall einen Einblick."

Lechwerke AG
Schaezlerstraße 3
886150 Augsburg

Sie haben eine Ausbildung zum Elektronikerin für Betriebstechnik absolviert. Weshalb haben Sie sich für diesen Berufsweg entschieden und was begeistert Sie daran? 
Als es in der Realschule darum ging, welchen Beruf man erlernen möchte, wusste ich noch gar nicht, was ich werden möchte. Da mich Mathematik und Physik schon immer fasziniert haben und ich auch den technischen Zweig in der Realschule besucht habe, dachte ich mir: „Ich schau mal, was Elektroniker so machen.“ Nach einigen Praktika wurde mein Wunsch Elektronikerin zu werden immer größer und ich habe mich als Elektronikerin für Betriebstechnik beworben. Das Spannende an diesem Beruf speziell bei LEW ist, dass es so vielseitige Einsatzmöglichkeiten gibt, bei denen ich meine Kenntnisse einbringen kann.

Weshalb fiel Ihre Wahl auf LEW und was macht die Ausbildung dort besonders? 
LEW zählt und zählte damals schon zu den begehrtesten Ausbildungsbetrieben im Augsburger Gebiet. Durch die familiäre Atmosphäre und die regionale Ausrichtung des Unternehmens habe ich mich sofort wohlgefühlt. Die Ausbildung ist sehr vielfältig, zum Beispiel durch eine Metallausbildung sowie verschiedene Elektronik- oder Motorenkurse. Was mir am meisten Spaß gemacht hat, ist die Versetzung in die Außenstellen und Fachabteilungen. Der Ausbildungsplan ist von vorne bis hinten durchdacht und man bekommt überall einen Einblick, wie vielfältig LEW ist. 

Welche Schwerpunkte werden in der Ausbildung bei LEW gesetzt? 
Aus meiner Sicht liegt ein Schwerpunkt auf der Teamarbeit. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, im Team zusammenzuarbeiten und Netzwerke zu bilden. Mir hat dies in meinem beruflichen Werdegang sehr viel geholfen.

Welche Fähigkeiten sollte man aus Ihrer Sicht für diesen Beruf mitbringen? 
Begeisterung für Technik, Spaß daran Dinge auszuprobieren, handwerkliches Geschick und Teamfähigkeit. 

Nach dem Ende Ihrer Ausbildung haben Sie sich zur staatlich geprüften Elektrotechnikerin weitergebildet. Welche Vorteile hat dieser Werdegang im Vergleich zur Meisterprüfung? 
Einer der Hauptvorteile ist, dass man die Technikerausbildung komplett in Teilzeit neben der hauptberuflichen Tätigkeit machen kann. Beim Meister geht dies nur teilweise.

Worin unterscheiden sich die beiden Berufsbilder des Elektronikers und des Elektrotechnikers? 
Als Elektroniker ist man vorwiegend im operativen Geschäft tätig. Das heißt handwerklich, in der Produktion oder auf Baustellen. Hat man die Weiterbildung zum Elektrotechniker absolviert, arbeitet man danach oft als Planer. Konkret bedeutet das, dass man nach der Weiterbildung die Tätigkeiten, die man selbst vorher ausgeführt hat, nun für andere plant.

In welchem Bereich arbeiten Sie heute und wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus? 
Ich bin in der Projektierung für Mittel- und Niederspannung tätig. Hier bin ich für die Ausführung der Projekte, z. B. Stromnetzerweiterungen oder Umbauten, zuständig. Das heißt ich vergebe die Arbeiten an Firmen, die für die LEW Verteilnetz GmbH arbeiten: Ich weise diese ein, bin Ansprechpartner und rechne zum Schluss das Projekt ab. Ein typischer Tag beginnt mit dem Einschalten des PCs, dann checke ich meine E-Mails und schaue ob Firmen Aufmaße eingestellt haben. Im Laufe des Tages fahre ich zu den Fremdfirmen auf die Baustellen und sehe nach dem Rechten. Sollten Probleme auftreten, suchen wir gemeinsam nach Lösungen. Außerdem vergebe ich neue Aufträge an Partnerfirmen und habe immer ein Auge darauf, dass alle zufrieden sind. Im Endeffekt ist es eine Projektbegleitung von A-Z.

Seit drei Jahren bietet LEW auch ein duales Studium der Elektrotechnik an, welche die Ausbildung zum Elektroniker mit dem Bachelorstudium Elektrotechnik vereint. Wenn Sie noch einmal von vorne anfangen könnten, würden Sie den gleichen Ausbildungsweg einschlagen oder würden Sie sich anders entscheiden? 
Mit dem Realschulabschluss in der Tasche würde ich nach wie vor den gleichen Weg einschlagen: Erst eine Ausbildung machen, dann eine Techniker-Weiterbildung. Hätte ich das Abitur gemacht, dann wäre ein duales Studium aber auf jeden Fall für mich in Frage gekommen. 

Was können Sie jungen Menschen auf den Weg geben, wenn Sie sich für den Beruf des Elektronikers oder des Elektrotechnikers interessieren? 
Der Beruf ist wahnsinnig vielseitig, was die technischen Themen betrifft: Von Industrie über Automatisierung und Energietechnik bis hin zu intelligenten Stromnetzen, dem sogenannten Smart Grid. Nach einer Ausbildung zum Elektroniker stehen einem also viele Türen offen und man hat zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden und Berufserfahrung zu sammeln. Mein Tipp für euch: Seid offen für neue Technik und fragt immer nach, wenn ihr etwas nicht versteht.  

GUT ZU WISSEN... 

  • Wichtige Fähigkeiten sind Begeisterung für Technik, handwerkliches Geschick und Teamfähigkeit
  • Elektroniker/-innen sind vorwiegend im operativen Geschäft tätig, Elektrotechniker/-innen werden eher in der Planung, im Qualitätsmanagement oder der Konstruktion eingesetzt
  • Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich zu spezialisieren und weiterzubilden
  • Die Weiterbildung zum/zur Elektrotechniker/-in dauert zwei bis vier Jahre (Vollzeit/Teilzeit)

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