BERUFSBILD: CHEMIEKANT (M/W/D)

Interview Berufsbild des Chemiekanten

VON ROHSTOFFEN BIS ZUM ENDPRODUKT - CHEMIE, DIE BEWEGT

Berufsbild Chemiekant (m/w/d) - Was macht der Beruf?

Ohne die Chemikanten hätten wir abgeknabberte Weiderinden, schmutzige Wäsche und weder Pflanzenschutz noch Desinfektionsmittel. Gott sei Dank können wir heutzutage Weiderinde in Form von Kopfschmerztabletten zu uns nehmen. Wie sähen denn sonst unsere Wälder aus? Chemikanten steuern und überwachen Verfahrensprozesse für die Herstellung, das Abfüllen und das Verpacken chemischer Erzeugnisse. 
Dr. Christoph Hochstein, Laborleiter und Herr Harald Poschenrieder, Produktionsleiter bei der TUNAP GROUP, über die Ausbildung zum Chemikanten (m/w/d).

Was ist der Unterschied zwischen dem Berufsbild der Chemielaboranten und Chemikanten? Chemielaboranten (m/w/d) arbeiten im Labor, sind mit der Entwicklung von Produkten betraut und untersuchen und testen die Produkte in kleinen Mengen auf Wirkung und Qualität. Chemikanten (m/w/d) dagegen arbeiten vorwiegend in der Produktion und sind für die Herstellung von chemischen Erzeugnissen in großen Mengen verantwortlich. 

Christoph Hochstein

Dr. Christoph Hochstein, Laborleiter bei TUNAP

Peter Flack

Peter Flack, Auszubildender bei TUNAP

Wie muss ich mir die Aufgaben vorstellen?
Um die Herstellung der chemischen Produkte zu gewährleisten, ist das Bedienen der erforderlichen Maschinen unerlässlich. Dazu gehört, diese entsprechend dem Produkt einzustellen, zu warten und zu reparieren. Auch der Umgang mit chemischen Rohstoffen ist ein wichtiger Bestandteil. Die Stoffe müssen abgemessen, in die Maschinen gefüllt, erhitzt, gereinigt oder auch destilliert werden. Es gehört auch dazu, Versuche durchzuführen, regelmäßig Proben zu entnehmen und diese in Zusammenarbeit mit der Qualitätssicherung zu analysieren. Chemikanten überwachen somit den gesamten Fertigungsprozess, kontrollieren das Verpacken der Fertigerzeugnisse und das Einhalten von Umwelt- und Sicherheitsvorschriften. 

Das bedeutet viel Verantwortung … 

Ja, denn es müssen die genauen Mengen und Verhältnisse der einzelnen Rohstoffkomponenten eingehalten werden. Bei nichteinhalten der Arbeitsvorschriften oder falschen Einwaagen können Fehlchargen entstehen, die entsorgt werden müssen. Im schlimmsten Fall kann es zu gefährlichen Reaktionen bis hin zu Explosionen kommen. Daher sind die Umwelt-, Sicherheits- und Brandschutzvorschriften genau einzuhalten, genauso auch das Tragen von geeigneter Schutzkleidung und Schutzbrille. 

Dann ist man als Chemikant auch vorwiegend im Team in der Produktionsanlage unterwegs?
Je nachdem, was gemacht werden muss und mit welchen Stoffen man zu tun hat, ist die Arbeit zu zweit unerlässlich. Bei gewissen Tätigkeiten gehört es außerdem zu den Sicherheitsvorschriften dazu. Und als Auszubildender erfolgt die Arbeit am Anfang immer unter Anleitung. 

Mit welchen Stoffen wird bei TUNAP gearbeitet?
Wir haben ein sehr breites Produktsortiment anzubieten. Mit eigener Entwicklung und Herstellung bieten wir ein umfangreiches Spektrum an Fetten, Ölen und Pasten an, die alle aus verschiedenen Komponenten bestehen. Ebenso gehören Wirkstoffkonzentrate bis zu fertigen Aerosolen zu unserem Sortiment.

"Chemikanten (m/w/d) sind in der chemischen Industrie sehr gefragt."

TUNAP GROUP
Bürgermeister-Seidl-Str. 2 
82515 Wolfratshausen

Wie kann es nach der Ausbildung weitergehen?
Da gibt es vielfältige Möglichkeiten. Durch Teilnahme an Lehrgängen, Kursen oder Seminaren sind Spezialisierungen zum Beispiel auf Verfahrenstechnik, Sicherheitswesen oder Siebtechnik möglich. Oder mit entsprechender Berufserfahrung ist auch die Weiterbildung zum(r) Techniker (m/w/d) in Chemietechnik oder zum Industriemeister (m/w/d) in Chemie möglich.

Was ist das Besondere an diesem Beruf?
Es ist eine Mischung aus handwerklicher Tätigkeit und wissenschaftlichem Arbeiten. Als Chemikant (m/w/d) wird der Arbeitsalltag nie langweilig, denn man ist ein echtes Allroundtalent, das sich mit chemischen Prozessen auskennt und die Technik voll im Griff hat. Zudem sind in der chemischen Industrie qualifizierte Fachkräfte sehr gefragt – wir brauchen mehr Chemikanten!

Welche Tipps können Sie Berufsinteressierten geben?
Hilfreich ist auf alle Fälle vorher ein Praktikum zu absolvieren, damit man nicht mit falschen Vorstellungen seinen Job beginnt. Auch ist es hilfreich die Firma vorher kennenzulernen, denn je nach Branche spezialisiert man sich auf bestimmte Hauptkomponenten, z. B. Farben und Lacke, Kunststoffe oder pharmazeutische Produkte. Und abhängig davon werden auch verschiedene Gerätschaften benutzt und unterschiedlichen Anforderungen erwartet.

Auf was legen Sie bei Bewerbern besonders wert?
Da den Chemikanten (m/w/d) wichtige Prozesse zugeteilt werden, ist ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt erforderlich. Gute Kenntnisse in Chemie und technisches Verständnis sollten vorzuweisen sein. Handwerkliches Geschick, Spaß am Anpacken und das Arbeiten im Team dürfen auch nicht fehlen. 

GUT ZU WISSEN... 

  • Chemielaboranten (m/w/d) arbeiten im Labor, sind mit der Entwicklung von Produkten betraut und untersuchen und testen die Produkte in kleinen Mengen auf Wirkung und Qualität.

  • Chemikanten (m/w/d) dagegen arbeiten vorwiegend in der Produktion und sind für die Herstellung von chemischen Erzeugnissen in großen Mengen verantwortlich.

  • Durch Teilnahme an Lehrgängen, Kursen oder Seminaren sind Spezialisierungen zum Beispiel auf Verfahrenstechnik, Sicherheitswesen oder Siebtechnik möglich. 

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