BERUFSBILD: TEXTILLABORANT (M/W/D)

Interview zum Berufsbild des Textillaboranten

DER STOFF, AUS DEM DIE ZUKUNFT IST

Aufgaben und Herausforderungen eines Textillaboranten (m/w/d) 

Textilien sind fast überall. Nicht nur in unserer Kleidung, sondern auch in sämtlichen Sitzmöbeln, in Autositzen oder sogar in Windeln werden Textilien verarbeitet. Es gibt sie aus allen möglichen Rohstoffen, in allen erdenklichen Farben, mit unzähligen Eigenschaften. Dafür, dass die Qualität der verarbeiteten Textilien passt, sorgen Textillaboranten. Wie, erfährst du hier.
Claus Strehle, Ausbilder bei der BWF Group und die Auszubildende Annika Lel berichten im Interview "MEET EXPERTS" über das Berufsbild des Textillaboranten (m/w/d). Welche Herausforderungen und Ausbildungsinhalte erwarten einen?

Claus Strehle und Annika Lel über den Beruf des Textillaboranten (m/w/d)

Claus Strehle, Ausbilder bei der BWF Group und Annika Lel, Auszubildende über die Ausbildung zum Textillaboranten (m/w/d)

"Die Auszubildenden dürfen bereits nach den ersten Wochen intensiver Betreuung selbstständig arbeiten."

BWF Group
Bahnhofstr. 20
89362 Offingen

Herr Strehle, was stellt die BWF Group für Produkte her?
CS: BWF Envirotec fertigt Filtermedien für die industrielle Entstaubung. BWF Feltec produziert Wollfilz für Mode, Lifestyle und Einrichtung. BWF Protec erzeugt technischen Nadelfilz, der als Transport-, Brand- und Hitzeschutz sowie zur Isolierung und Reinigung dient. BWF Profiles stellt kundenindividuelle Kunststoffprofile, Kunststoffrohre und Kunststoffplatter her.

Welche Interessen sollte man für die Beruf des Textillaboranten (m/w/d) mitbringen?
CS: Generell sollte man Freude am Umgang mit moderner Technik haben. Teamfähigkeit ist ebenfalls eine wichtige Eigenschaft, da die meisten Ergebnisse im Team erzielt werden. Des Weiteren ist ein Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik, Physik und Chemie genauso wichtig wie eine schnelle
Auffassungsgabe.

Annika, welche Aufgaben übernimmst du später als ausgelernte Textillaborantin?
AL: Je nach Interesse und Einsatz im Bereich Forschung und Entwicklung stehen bei uns unterschiedlichste Aufgaben bereit. Von überwiegend chemisch geprägten Untersuchungen im Chemielabor über mechanisch-technologische Prüfungen im Testlabor bis hin zu Filterschlauchuntersuchungen und Performancebewertungen von Filtermedien an unseren Prüfständen.

Welcher Schulabschluss wird für diese Ausbildung vorausgesetzt?
CS: Der mittlere Bildungsabschluss oder ein Abitur sind Grundvoraussetzungen. Außerdem sollte man
gute Noten und Kenntnisse in Mathematik und Chemie vorweisen können sowie eine ausgeprägte Beobachtungsgabe und eine sorgfältige Arbeitsweise an den Tag legen.

Auf welchen Themen liegt der Schwerpunkt in der Berufsschule?
CS: Während im Labor auch die Filtrationstechnik und chemische Fragestellungen eine Rolle spielen, liegt der Schwerpunkt in der Berufsschule ganz klar in der Textiltechnik. Dies ist vor allem die Untersuchung von Garnen, Geweben und textilen Flächengebilden auf ihre Eigenschaften und Qualitätsmerkmale.

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Was wird in den einzelnen Lehrjahren vermittelt?
CS: In der ersten Ausbildungshälfte werden vor allem textile Grundlagen zu Rohstoffen vermittelt. Dabei sind Kernpunkte wie Arbeitssicherheit, Kerngrößen, mechanische Eigenschaften und deren Prüfung wichtig. In der zweiten Hälfte der Ausbildung steht das selbstständige Arbeiten im Vordergrund. Planen, Vorbereiten, Qualitätssicherung und Auswerten bzw. Interpretieren von Ergebnissen sind die Hauptthemen.

Ab welchem Zeitpunkt darfst du im Labor eigenständig Arbeiten?
AL: Bei der BWF Group dürfen Auszubildende (m/w/d) bereits nach den ersten Wochen intensiver Betreuung relativ früh selbstständig arbeiten. Bekannte Abläufe werden durch schriftliche Arbeitsanweisungen ergänzt. Neue Methoden führt der Ausbilder (m/w/d) mit den Auszubildenden gemeinsam ein und begleitet sie bis eine gewisse Sicherheit erreicht ist.

Welche Gerätschaften kommen üblicherweise zum Einsatz?
CS: Die wichtigsten Kenndaten von textilen Filtermedien sind: Dicke, Luftdurchlässigkeit, Flächengewicht und Festigkeit. Sie werden durch mechanisch-technologische Prüfungen ermittelt. Darüber hinaus kommen Mikroskope, FT-IR-Spektrometer (zur Identifizierung des Faserpolymers) und nasschemische
Untersuchungen zum Einsatz.

Was gefällt dir bei der BWF Group als Ausbildungsbetrieb besonders?
AL: Es gibt ein modernes, toll ausgestattetes Labor mit umfangreichen Untersuchungsmöglichkeiten,
ein hervorragendes Betriebsrestaurant, das „Johann‘s“ und gute Fortbildungsmöglichkeiten. Außerdem herrscht ein super Arbeitsklima und man darf früh selbstständig arbeiten sowie Verantwortung übernehmen.

GUT ZU WISSEN... 

  • Erforderlicher Schulabschluss: Mittlere Reife oder Abitur

  • Freude am Umgang mit moderner Technik, Teamfähigkeit, naturwissenschaftliches Interesse, schnelle Auffassungsgabe und sorgfältige Arbeitsweise sind wichtig

  • Man kann bereits sehr früh selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen

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