BERUFSBILD: AGRARTECHNISCHER ASSISTENT (M/W/D)

Headerbild zum Berufsbild Agrartechnischer Assistent

WAS MACHEN EIGENTLICH EIN AGRARTECHNISCHER ASSISTENTEN (M/W/D)?

Im Berufsbild ATA werden selbstständig chemische, chemisch- physikalische oder mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt.

Lebensmittel auf wesentlichen Inhaltsstoffe, Schadstoffe oder auf ihren hygienischen Zustand untersuchen, DNA aus Pflanzen oder Bakterien isolieren, gentechnische Veränderungen nachweisen oder Inhaltsstoffe und Schadstoffe von pflanzlichen Produkten und von Umweltproben analysieren – Schwerpunkt der Tätigkeit eines ATA ist immer Messen, Prüfen und Untersuchen.
Auch die Erforschung und Entwicklung neuer Lebensmittel, neuer Produktions- oder Untersuchungsmethoden, neuer Rohstoffe für die Energiegewinnung oder neuer Heilmethoden in der Medizin - ATA´s arbeiten immer in den spannenden Bereichen an der Entwicklung und Bewahrung unserer Lebensgrundlagen: Lebensmittel, Boden und Pflanzen, Gesundheit.

Es gibt drei Ausbildungsschwerpunkte
- Milchwirtschaft und Lebensmittelanalytik
- Biotechnologie
- Pflanzenbau und Pflanzenanalytik

Herr Dr. Wiedemann, Lehrkraft bei der staatlichen Ausbildungsstätte für Agrartechnische Assistenten/innen (ATA) und die Schülerin Alexandra Zerbe im Interview "MEET EXPERTS" über das Berufsbild der ATA für Milchwirtschaft und Lebensmittelanalytik .

Lehrkraft Herr Dr. Wiedemann und Schülern Alexandra Zerbe

Lehrkraft Herr Dr. Wiedemann und Schülern Alexandra Zerbe

"Der Arbeitsplatz eines Agrartechnischen Assistenten ist das Labor, nicht der Bauernhof."

Staatliche Ausbildungsstätte für agrartechnische Assistenten (ATA; m/w/d)
Kommerzienrat-Winklhofer-Straße 1
86899 Landsberg am Lech

Was untersucht man als Agrartechnischer Assistent für Milchwirtschaft  und Lebensmittelanalytik genau  (ATA-M)?  
Die Aufgabe der ATA-M ist die Untersuchung  von Milchprodukten und anderen  Lebensmitteln. Sie arbeiten nach der Ausbildung  also entweder in den Labors der  Lebensmittelindustrie oder in privaten  oder staatlichen Untersuchungslabors. Die  Lebensmittel werden dabei von den ATAs  auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften,  wie z.B. den Fettgehalt in Milch  oder Joghurt, auf die Freiheit von unerwünschten  Stoffen wie Rückständen von  Antibiotika, Schwermetallen, Pflanzenschutzmitteln  oder Schimmelpilzgiften und  auch auf die einwandfreie mikrobiologische  Beschaffenheit kontrolliert. Sind die ATAs  in der Lebensmittelindustrie tätig, begleiten  Sie den gesamten Herstellungsprozess  eines Lebensmittels vom Rohprodukt bis  zum Endprodukt.  

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?  
Voraussetzung für die Zulassung an der  Ausbildungsstätte ist ein mittlerer Schulabschluss.  Als staatliche Schule fordern  wir keinen bestimmten Notenschnitt. Allerdings  sollte ein hohes Interesse an Natur-wissenschaften  insbesondere Chemie und  Biologie vorhanden sein. Für die oft recht  anspruchsvollen Untersuchungen ist Sorgfalt  und Konzentrationsvermögen nötig, um  exakte Ergebnisse zu erzielen. Viele Tätigkeiten  wie der Umgang mit Säuren, Laugen  und anderen Chemikalien erfordern ebenso  ein hohes Sicherheitsbewusstsein wie die  Arbeit mit Mikroorganismen. Beim Umgang  mit Lebensmitteln in den Produktions-anlagen ist für die Assistenten ein hohes hygienisches Verantwortungsbewusstsein  nötig. 

Frau Zerbe, warum haben Sie sich für  diese Ausbildung entschieden?  
Die Ausbildung in Landsberg war für mich  bestens geeignet, da man viel über Naturwissenschaft  lernt und ich Lebensmittelanalytik  spannend fand. Die Ausbildung  ist vor allem nicht nur schulisch, sondern  enthält auch ein Praktikum, in dem man  einen ziemlich guten Einblick in das wahre  Berufsleben bekommt. Vor der Entscheidung  für diese Ausbildung besuchte ich das  Schnupperpraktikum an der Schule und bekam  einen guten Einblick, was mich in der  Ausbildung erwarten wird. 

Mit welchen Tätigkeiten haben Sie sich während  Ihres einjährigen Praktikums beschäftigt?  
Mein Praktikum absolvierte ich im Labor bei  der Molkerei Müller in Aretsried. Die Molkerei  Müller stellt z.B. Joghurt, Milchgetränke,  Puddings und Milchreis her. Ich durfte in der Produktion Proben von den Produkten ziehen  und diese im Labor analysieren. Jedoch  untersucht man nicht nur die fertigen Produkte,  sondern vor allem auch die einzelnen  Schritte bei der Herstellung, beispielsweise  bei der Joghurtherstellung den pH-Wert, die  Viskosität oder die Temperatur. 

Wissen Sie schon was Sie nach der Ausbildung  machen werden?  
Nach meiner Ausbildung gehe ich in Augsburg  an die Berufsoberschule in Neusäß mit  Fachrichtung Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie,  weil das genau meiner Richtung  entspricht und ich denke, dass mir von  der Ausbildung auch mehrere Sachen wieder  begegnen werden. Und danach möchte ich  gerne studieren gehen. 

Haben Sie noch einen Tipp für angehende  Azubis?  
Ich würde auf jeden Fall jedem ein Schnupperpraktikum  an der Schule, das einen Tag  dauert, empfehlen. Dadurch schafft man sich  den ersten Überblick über Schule und Ausbildung.  Während der Schulzeit wäre ein Praktikum  in einem Untersuchungslabor oder  Betriebslabor auch hilfreich. 

GUT ZU WISSEN... 

  • Dauer der Ausbildung: 2 Jahre

  • Mindestanforderung: Mittlere Reife

  • Es werden Milchprodukte  und andere Lebensmittel auf die  Einhaltung der Qualitätsanforderungen und der  gesetzlichen Vorschriften untersucht

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