ARBEITSMARKT: FACHKRÄFTEMANGEL & AUSBILDUNG

Interview zum Thema Fachkräftemangel & Ausbildung

AUSBILDUNG LOHNT SICH

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Schwaben, über den Fachkräftemangel sowie Beratung und Kostenübernahme in Bildungsfragen.

Peter Saalfrank ist seit 2001 Hauptgeschäftsführer der Industrie-und Handelskammer chwaben. Diese vertritt in ihrem Bezirk rund 128.000 Unternehmen, die per Gesetz Mitglied sind. Die IHK vertritt das Gesamtinteresse der gewerblichen Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.
Sie informiert und berät ihre Mitgliedsfirmen sowie Existenzgründer zu Themen wie Aus- und Weiterbildung, Recht und Steuern, Innovation, Export und Unternehmensnachfolge. Die IHK übernimmt im Interesse der Unternehmen Aufgaben vom Staat. Dazu gehört das Abnehmen von Prüfungen in der
Berufsausbildung oder für Fachkundige, das Bestellen und Vereidigen von Sachverständigen oder das Ausstellen von Ursprungszeugnissen für den Export.

Informationen zu betrieblicher Ausbildung gibt es bei der IHK online unter
www.schwaben.ihk.de/aus_und_weiterbildung und www.ihk-lehrstellenboerse.de
Telefonische Auskunft erhalten Sie bei Frau Josefine Steiger unter 0821/3162-328

Peter Saalfrank

Peter Saalfrank

"Lehre macht Karriere - unser Beitrag zur Fachkräftesicherung"

IHK Akademie Schwaben Weiterbildung GmbH
Werner-von-Siemens-Straße 6
86159 Augsburg

Was sind die Besonderheiten am Arbeitsmarkt der Region Augsburg?
Die Region Augsburg ist eine der wachstumsstarken Regionen in Bayern und Süddeutschland. Sie zeichnet sich durch einen guten Branchenmix aus. Leitbranchen der Region sind Maschinenbau, Logistik, Bau, Metall sowie Hotellerie und Gastronomie, Papier und Druck. Hier ist der branchenspezifische Beschäftigungsanteil im Vergleich zum bayerischen Landeswert überdurchschnittlich hoch. Die Region Augsburg ist eine wichtige Kraft im Bereich Hightech-Innovationen und zeichnet sich durch eine hohe Spezialisierung in den Bereichen Mechatronik, Faserverbund und Automation, Luft- und Raumfahrt aus. Die wirtschaftliche Stärke der Region spiegelt sich auch bei der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wieder. Ihre Zahl wächst im Wirtschaftsraum Augsburg stetig.

Wie reagiert die IHK Schwaben auf den Fachkräftemangel?
Die Fachkräftesicherung ist für die IHK Schwaben seit mehreren Jahren ein zentrales Anliegen. Über Studien, Veranstaltungen, politischen Diskurs, regionale Fachkräftekreise und spezifische IHK-Projekte gehen wir seitdem diese Herausforderung für die heimische Wirtschaft an. Zentraler Baustein ist unser Aktionsprogramm „Lehre macht Karriere“, mit dem wir uns an unterschiedliche Zielgruppen richten, um die duale Ausbildung zu stärken. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Akademisierungstrends fehlen immer mehr dual ausgebildete Fachkräfte im IHK-Bezirk, der ein produktionsstarker und vom Tourismus geprägter Wirtschaftsstandort ist. Wichtige Projekte im Rahmen unseres Aktionsprogramms sind die Förderung von Schulpartnerschaften, um so Unternehmen und Schüler frühzeitig miteinander zu vernetzen. Das Werben bei Unternehmen für die
Teilzeitausbildung, wie auch unser Projekt leistungsschwache Jugendliche in der Ausbildung zu  unterstützen, trägt ebenfalls dazu bei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Ein weiterer Baustein sind die Berufsorientierungsmaßnahmen der IHK Schwaben wie zahlreiche Berufsorientierungsmessen in ganz Schwaben, beispielsweise die „fit for Job“ oder der „Tag der offenen Ausbildungsstätten“. Hiermit wollen wir jungen Menschen die Chance eröffnen, sich frühzeitig mit den
Ausbildungsberufen auseinander zu setzen. Mit unserem Aktionsprogramm richten wir uns im Rahmen von round tables auch an politische Entscheidungsträger und Schulleiter aller Schularten, um den Bedarf der Wirtschaft nach dual ausgebildeten Fachkräften deutlich zu machen und für die Ausbildung zu werben. 

Mit unseren vielfältigen Projekten zur Fachkräftesicherung unterstützen wir die Betriebe auch darin, ältere Mitarbeiter so lang wie möglich im Betrieb halten zu können. Mit dem IHK-Pilotprojekt „Altersgerechte Arbeitsplätze“ beraten wir insbesondere Produktionsbetriebe bei der Ausgestaltung von Arbeitsplätzen für ältere Mitarbeiter. Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen wir die Betriebe in Fragen von Teilzeitbeschäftigung, Arbeits- und Arbeitsplatzmodellen, Wiedereingliederung und Weiterbildung von Mitarbeitern. Der IHK-Bezirk ist in Europa ein führendes Zentrum der Verpackungstechnologie mit den Schwerpunkten Packmittel und Verpackungsmaschinen. Zahlreiche Unternehmen mit mehr als 7.000 Beschäftigten haben hier ihren Sitz. Deshalb hat die IHK Schwaben gemeinsam mit der Industrie und weiteren Partnern aus Hochschule und Forschung das Zentrum für Lebensmittel- und Verpackungstechnologie e. V. (ZLV) gegründet, um das „Verpacken von Lebensmitteln“ zu stärken und weiter auszubauen. Dazu gehört auch, die für diese Branche benötigten Fachkräfte zu gewinnen.

Welche Qualifikationen, die Sie anbieten, werden von den Unternehmen und Arbeitgebern besonders nachgefragt?
Die Industriemeisterabschlüsse aller Fachrichtungen werden stark nachgefragt. Eine aktuelle Umfrage der IHK Schwaben bei Weiterbildungsabsolventen belegt, dass sich der Weiterbildungsabschluss für einen Großteil positiv auf die berufliche Karriere auswirkt.
Den Arbeitnehmern ist zu raten, dass sie ihre Weiterbildungswünsche mit dem Bedarf im Unternehmen abgleichen. Ein wichtiger Partner bei der Qualifizierung von Fachkräften ist die IHK Akademie Schwaben.

Wie wird zumeist die Übernahme der Weiterbildungskosten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geregelt?
Bei den Praxisstudiengängen gibt es eine attraktive staatliche Förderung durch Meister-BAföG und den momentan noch gewährten Meister-Bonus der Bayerischen Staatsregierung. Die Arbeitgeber unterstützen diese Weiterbildungen oft durch Freistellungen oder ideell. Finanziell gefördert werden vorwiegend kürzere Weiterbildungen von einem bis maximal fünf Tagen.

GUT ZU WISSEN... 

  • Leitbranchen der Region Augsburg sind Maschinenbau, Logistik, Bau, Metall sowie Hotellerie und Gastronomie, Papier und Druck.

  • Aktionsprogramm „Lehre macht Karriere“, stärkt die Ausbildung und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen

  • Das Werben bei Unternehmen für die Teilzeitausbildung, wie auch das Projekt leistungsschwache Jugendliche in der Ausbildung zu unterstützen, trägt ebenfalls dazu bei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken

  • Ein weiterer Baustein sind die Berufsorientierungsmaßnahmen der IHK Schwaben wie zahlreiche Berufsorientierungsmessen in ganz Schwaben, beispielsweise die „fit for Job“ oder der „Tag der offenen Ausbildungsstätten“

  • Eine aktuelle Umfrage der IHK Schwaben bei Weiterbildungsabsolventen belegt, dass sich der Weiterbildungsabschluss für einen Großteil positiv auf die berufliche Karriere auswirkt

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